Touché

Hat Schauspielerin Sibel Kelkilli mit ihrer klaren Ansage bei der Preisverleihung die Hetzkampagnenmacher tatsächlich zum Schweigen gebracht? In der Bild-Berichterstattung über die Bambi-Gala wird die Schauspielerin mit keinem Wort erwähnt, in der Fotogalerie kommt sie nicht vor (nein, kein Link). Die Bildjournalistenschreiber hocken offenbar im Schmollwinkel. Und da bleibt ihr besser auch, Jungs.

6 Kommentare

  1. ach, ich habe auch gerade ein paar Worte über die Bambi-Verleihung verloren und lese nun Deinen Eintrag. Ich bin jedenfalls – was diesen Auftritt der jungen Dame anbetrifft – etwas anderer Meinung (darf man ja sein, nicht wahr ;-), denn bei mir ist er nicht ganz so gut angekommen. Das lag natürlich in erster Linie daran, daß ich die Bild nicht lese und folglich keine Ahnung hatte, um was es da überhaupt ging. Befürchten könnte man nun auch, daß -wenn ein solch ‘mutiger’ Auftritt so ein Erfolg ist – sich Nachahmer finden und die Vorstellung, daß eine solche Veranstaltung (die wohl als internationale verstanden werden will) demnächst zu einem Ort verkommt, wo persönliche Abrechnungen mit irgendjemand stattfinden, ist wohl nicht ganz so prickelnd… oder?! Es stimmt zwar, daß jeder es toll findet, wenn gegen die Bild gewettert wird (ich im Grunde auch), aber warum bloß liest man sie denn noch?!

  2. Ich bin anderer Ansicht (und das darf man, ja! ;): “Verkommen” sind diese Galas, ja – und zwar meist zu reinen Selbstbeweihräucherungs-Veranstaltungen. Jemand, der die Stirn hat, auch auf so einer Bühne ehrliche Worte auszusprechen (auch auf die Gefahr hin, die heile Showbiz-Welt ein wenig aufzumischen), gefällt mir besser als all die austauschbaren und blutleeren Danksager. Wenn letzteres das Gütesiegel für eine Veranstaltung von internationalem Rang sein soll – na danke.
    Ich klatsche übrigens auch nicht automatisch Beifall, wenn es gegen die Bildzeitung geht. In diesem Fall hat Kelkilli aber keine persönliche Abrechnung gemacht, keine Privat-Fede ausgefochten, sondern sich gegen eine öffentliche Kampagne gewehrt. Sowas geht alle an.
    Hm, und warum man Bild überhaupt noch liest? Da fragst du jetzt die Falsche…

  3. ich denke, es wäre von vorteil, zumindest in etwa bescheid zu wissen über was man urteilt. im vorliegenden fall wäre es auf jeden fall nicht allzu schwer gewesen, hat doch die presse ausgiebig über die vorgänge in der ‘schrottpresse’ berichtet. sich vorzustellen, wieviel sprengstoff damit in den privateste bereich eines menschen geschmissen wurde, sollte ebenfalls möglich sein. auch wenn wir darüber – zum glück – nichts lesen konnten. das allein sollte reichen. diese dinge in vergleich zu stellen mit themen wie krieg oder aids ist ein leichtes, aber eine unverschämtheit. wie jeder versuch ein leid durch ein anderes zu relativieren. allenfalls für gejammer mag dieses vorgehen angesagt sein, aber auch hier vielleicht besser im privaten bereich. gejammer allerdings kann ich bei kekilli nicht im geringsten erkennen. dann schon eher so etwas wie wut.

  4. Na ja, das ist so eine zweischneidige Sache… Natürlich ist es so, dass die Medien gern die Grenzen überschreiten, und das ist auch zu verurteilen… auf der anderen Seite sind es ja oft die sog. Stars selbst, die sich in genau diese Medien drängen, und das meine ich jetzt nicht konkret auf Sibel Kelkilli bezogen… aber man muss nur mal einen Blick in die einschlägigen Gazetten werfen, um die üblichen Verdächtigen zu finden… es ist traurig, aber wohl war, dass es offensichtlich genug Menschen gibt, die das lesen wollen…

    Dir einen schönen Sonntag und liebe Grüsse, kho

  5. Ergänzung: Das Gala-Publikum selbst war offenbar tendenziell nicht genervt – im Gegenteil. Und der Kölner Express soll sich mittlerweile sogar entschuldigt haben.

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