Neuengland

3000 Kilometer mit zwei Autos durch sechs US-Bundesstaaten – visualisiert sieht das so aus, zunächst als Route auf einer Karte, darunter noch einmal in Bildern:

Mehr

Plimoth Plantation: Sprung ins 17. Jahrhundert

Am 6. September 1620 legt die Mayflower im englischen Plymouth ab. An Bord sind 102 Passagiere auf der Suche nach einem besseren Leben in der Neuen Welt. Unter ihnen: Edward und Elizabeth Winslow.

Wir treffen Edward in der Plimoth Plantation. Ok, das hört sich seltsam an – natürlich treffen wir nur den Schauspieler, der Edward verkörpert. Am Rande von Plymoth, Massachusetts, der ersten Siedlung der englischen Zuwanderer, scheint die Zeit stehen geblieben.

Mehr

Nobel, nobel: Bei Lincolns und bei Vanderbilts

Manchester, Vermont: Robert Todd Lincoln und seine Frau Mary lieben diese Gegend. Das beschauliche Neuengland-Städtchen ist von bewaldeten Hügeln umgeben, die mit der Laubverfärbung im Herbst zu einer farbenprächtigen Kulisse werden. Robert kam schon als junger Mann gerne hierher, um mit der Familie Urlaub zu machen. 40 Jahre später, Robert ist inzwischen Präsident der Pullman Company, Erfinder des Schlafwagens und macht mit der Produktion von Eisenbahnwaggons ein Vermögen, lässt er für sich und seine Familie ein repräsentatives Sommerhaus in Manchester bauen. Man schreibt das Jahr 1905.

Mehr

Schwule Pilgerstätte: Provincetown

Eine Wendung der Geschichte, wie sie mir gefällt: Wo einst die fundamental-frommen “Pilgerväter” nach der Überfahrt über den Atlantik das erste Mal an Land gingen und ihrem Schöpfer dankten, dass sie die strapaziöse Reise lebend überstanden hatten, flattern heute zahllose Regenbogenfahnen im Wind, händchenhaltende Männerpaare flanieren über die Commercial Street. Wir sind in Provincetown, einem 3500-Einwohner-Ort an der Nordspitze von Cape Cod, das seit mehr als 30 Jahren ein bevorzugtes Urlaubsziel von Schwulen und Lesben ist. Von Boston aus geht eine Fähre hierher, und entsprechend viele Bostonians verbringen offensichtlich gern mal ein Wochenende in “P’town”: Es ist Sonntag, und aus unserem Frühstückscafe am Hafen sehen wir sie mit Rollkoffern Richtung Fähre laufen. Heterosexuelle scheinen hier eindeutig in der Minderheit. Und das kam so.

Mehr

Wale gucken vor Cape Cod

Stellwagen Bank ist ein Unterwasserplateau vor Boston, ein 2000 Quadratkilometer großes maritimes Schutzgebiet zwischen Cape Anne und Cape Cod, dessen Grund nicht tiefer als 40 Meter unter der Wasseroberfläche liegt – ein reich gedeckter Tisch für Zwerg-, Finn- und Buckelwale, für Pilotwale, Orcas und Schweinswale. Vor einigen Jahren haben die Behörden hier in dieser Gegend eine Schiffahrtsroute weiter nach Norden verlegt, um die Wale nicht zu stören.

Mehr

Zu Gast bei Melville, Twain und Beecher Stowe

Wir stehen im ersten Stock eines unscheinbaren Farmhauses in der Gegend von Pittsfield, Massachusetts, und werfen einen Blick aus dem Fenster. Am Horizont erhebt sich der langgezogene Mount Greylock mit seinen zwei Gipfeln. Im Winter, erzählt uns Barbra von der Berkshire Historical Society, ist der Berg weiß von Schnee. Wäre die Sicht heute klarer, könnten wir mit ein wenig Phantasie noch besser sehen, was der frühere Bewohner dieses Hauses sah: Der Mount Greylock scheint aus den umliegenden Bergen zu ragen wie der Rücken eines Wals aus dem Wasser.

Mehr

Auf dem Dach Neuenglands

Bunt bemalte Steine türmen sich inmitten grauer Felsblöcke. “9/11 – we always remember” steht auf einem. Ein anderer ist in den Farben der amerikanischen Flagge angepinselt. Wir legen zwei Kiesel dazu, die wir auf den Gipfel gebracht haben. Die kleine inoffizielle 9/11-Gedenkstätte hat ist ein Geocache, der kurz nach den Anschlägen vor zehn Jahren hier oben gelegt wurde, auf dem Gipfel des Mount Washington im Appalachen-Gebirge im US-Bundesstaat New Hamsphire. Mit steinernen Mitbringseln sorgen Geocacher aus aller Welt dafür, dass die Gedenkstelle weiter wächst. Es ist der höchstgelegene Cache, den ich je fand: Gut 1900 Meter über dem Meeresspiegel.

Mehr

Amerika liebt uns

Guten Morgen, Amerika. Die Bangor Daily News fragt heute auf ihrer Titelseite, ob sich der Kampf gegen den Terror gelohnt hat: “After thousands killed and billions of dollars spent: Are we safer?” Wir wissen es auch nicht. Aber wir sind gewarnt. Immer, überall und vor jeder nur denkbaren Gefahr. Die Straße könnte rutschig sein. Unter Umständen wäre es möglich, dass Fußgänger, Elche oder herabfallende Steine den Weg kreuzen, also halten Sie sicherheitshalber an. Das Schild, auf dem “No life guard on duty” steht, ist fast so groß wie der ganze unbewachte Pool. Ein Aufkleber auf einem T-Shirt mit einem aufgedruckten Kompass weist vorsichtshalber darauf hin, dass sich dieses Stück Stoff nicht zum Navigieren auf hoher See eignet. Gut, dass man uns das gesagt hat.

Mehr

Linientreu durch Boston

Die Tea Party muss leider ausfallen. Im Bostoner Hafen ist weit und breit nichts zu sehen von den Schiffen, auf denen laut Reiseführer der historische Akt des Widerstands gegen die britische Krone nachgespielt wird (1773 verkleiden sich einige Bostoner Kolonisten als Indianer, stürmen Schiffe der East India Trading Company im Hafen und werfen mehrere hundert Kisten Tee ins Wasser, weil sie keine Steuern für das Mutterland jenseits des Atlantiks zahlen wollen – Startschuss für den Unabhängigkeitskrieg). “Closed for renovation”. Trotzig erwägen wir, in einem der naheliegenden Geschäfte einige Teebeutel zu erwerben, um sie mit dem Ruf “No taxation without representation!” in die Massachusetts Bay zu schleudern, verwerfen dann aber nur den Gedanken.

Mehr

Bad Behavior has blocked 18091 access attempts in the last 7 days.