CartoDB: Mehr Speicherplatz, unlimitierte Karten

CartoDB, ein Dienst für die Darstellung von Daten auf Karten, hat in den letzten Monaten eifrig an seinen Nutzungsbedingungen für Kostenlos-Accounts geschraubt, um attraktiver für Gelegenheitsuser zu werden. Schon vor längerer Zeit wurde das doch sehr lästige Limit von maximal fünf erstellbaren Karten aufgehoben, inzwischen ist die Anzahl unbegrenzt. Nun gibt es mit 250 MB für auch mehr Speicherplatz für lau.

Erstellt mit Carto-DB: Durchschnittsmieten in Frankfurter Stadtteilen im Jahr 2014.

Der Support von CartoDB kümmert sich, wie ich neulich erfahren durfte, auch um nichtzahlende Nutzer schnell und umfassend. Dort half man mir auf die Sprünge, als ich wissen wollte, wie ich Karten duplizieren und die zugrundeliegenden Daten editieren kann, ohne die Ursprungskarte zu verändern. Anwendungsbeispiel: Ich möchte Daten aus einem weiter zurückliegenden Jahr aktualisieren, aber die ältere Karte ebenfalls behalten. Die Lösung: Man dupliziert nicht die Karte selbst, sondern das Datenset, so bleibt die erste Karte samt älteren Daten unberührt.

CartoDB: Auswahloption zwischen Datensätzen und Karten.

CartoDB: Auswahloption zwischen Datensätzen und Karten.

Dass CartoDB auch bei den Map Views, wie vor einem Jahr versprochen, keine Einschränkungen mehr macht, hat sich bei dieser Karte als Segen erwiesen. Wir haben sie auf FR-Online unter jeden Artikel zum Thema Flüchtlinge eingebunden, so dass sie innerhalb kurzer Zeit mehr als eine Million Zugriffe hatte.

Fluchtbewegungen weltweit, Datenquelle: UNHCR, Stand: 2014. Über „Layers“ lässt sich zwischen Herkunfts- und Zielländern umschalten.

Alberto Cairo: Visualisierung

Im fünften und letzten Modul des Kurses Doing Journalism with Data geht es um den Bereich des Datenjournalismus, der mir am meisten Spaß macht: Visualisierung. Karten, Diagramme, interaktive Grafiken: Wie man ein Thema visuell verständlich und mit Erkenntnisgewinn auf den Punkt bringt, das ist das Leib- und Magen-Thema von Alberto Cairo (Twitter, Blog). Im Online-Kurs stellt er weniger die Tools als vielmehr die Grundprinzipien der Infografik in den Mittelpunkt, wie er sie auch seinen Studenten an der Universität von Miami nahebringt.

Charles Joseph Minards Darstellung des Russland-Feldzugs der Franzosen 1812-1813, veröffentlicht 1869.  Quelle: Wikimedia Commons

Charles Joseph Minards Darstellung des Russland-Feldzugs der Franzosen 1812-1813, veröffentlicht 1869. Quelle: Wikimedia Commons

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Hamburger leben länger!

Vorbildlich: Das Max-Planck-Institut für Demografieforschung hat nicht nur herausgefunden, dass die Lebenserwartungen in Deutschland sehr unterschiedlich verteilt ist, sondern stellt auch gleich Rohdaten der Studie inklusive Geodaten zum Download zur Verfügung. So konnte ich recht schnell diese Karte erstellen:

Sie zeigt, wie stark der Anteil von Uralten (das sind jene, die gegen Ende des 19.Jahrhunderts in der jeweiligen Region geboren wurden, im Untersuchungszeitraum von 1989 bis 2002 also 105 Lebensjahre oder mehr auf dem Buckel hatten) nach oben oder unten vom Bundesdurchschnitt abweicht. Und siehe da: An der Küste lebt sich’s länger! Ganz besonders lange leben die Hamburger, die Stadt ist Spitzenreiter mit einem Hochbetagten-Anteil, der um 71 Prozent über dem Durchschnitt liegt. Weiterlesen →

Bornheim ist wieder Bornheim

Höhenstraße: Hier beginnt nun wieder Bornheim

Höhenstraße: Hier beginnt nun wieder Bornheim

Der Frankfurter Stadtteil Bornheim ist nun auch offiziell wieder dort Bornheim, wo ja eigentlich immer Bornheim war: Ab der Höhenstraße die Bergerstraße aufwärts. Ende letzten Jahres hat die Stadt die Stadtteilgrenze offiziell in Richtung Südwesten verschoben – dorthin, wo sie nach dem Gefühl der Bornheimer schon immer gehört, an die Höhenstraße. Zuvor gehörte auch der mittlere Teil der Bergerstraße, zwischen Höhenstraße und Bornheim-Mitte gelegen, offiziell zu Nordend-Ost. Wie es einst zu dieser irritierenden Grenzziehung gekommen war, erklärt Stadtkind Ffm hier. Nun also beginnt Bornheim an der Höhenstraße, und Arnsburger-, Petterweil- und mittlere Bergerstraße, der Germaniaplatz und die St.Josefskirche, sie alle sind endlich zu Hause. :)

Anlass für mich, die Geodaten der Frankfurter Stadtteilgrenzen zu aktualisieren. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch viele Ungenauigkeiten ausgebessert. Jetzt also ganz frisch und noch besser als vorher:

KML-Daten zum Download

  • KML-Daten: alle Stadtteile von Frankfurt am Main (Download)
  • KML-Daten: Frankfurter Stadtteile, zugeschnitten auf Darstellung von Wahlergebnissen (Download)

Geodaten für Frankfurt am Main: Stadtteile zum Download

Frankfurter Stadtteile

Liebevoll gezeichnet: Frankfurter Stadtteile

Ich weiß jetzt so ungefähr, wie Slartibartfaß sich fühlte, der sein Leben dem Zeichnen von norwegischen Fjorden widmete. Bei mir sind es die Grenzen der 46 Stadtteile von Frankfurt am Main. Mit Hilfe von Google Earth und auf Grundlage dieser Karte habe ich stundenlang Polygone gemalt, bis mir die ganze Stadt vor den Augen verschwamm. Aber es hat sich gelohnt, denn nun kann ich für lokale Visualisierungen immer wieder auf diese Daten zurückgreifen – zum Beispiel, um zu vergleichen, wie es um die Ärztedichte in den einzelnen Stadtteilen steht. Und ihr könnt das auch, denn ich stelle meine Geodaten zum Download zur Verfügung! Weiterlesen →

Fusion Tables: So werden Infofenster auf einer Karte dynamisch

Infofenster, dynamisch gefüllt

Infofenster, dynamisch gefüllt

Wie sich mit Hilfe des Google-Werkzeugs Fusion Tables eine interaktive Karte erstellen lässt, habe ich hier schon mal beschrieben. Alles, was man dafür braucht: Eine Datentabelle und einen Google-Account.

Sofern die Tabelle Ortsinformationen enthält, lässt sich daraus eine Karte machen, die bestimmte Punkte oder auch ganze Bereiche (etwa einen Stadtteil oder ein Bundesland) markiert und auf Klick ein Fenster mit weiteren Angaben (etwa Einwohnerzahl oder Öffnungszeiten) einblendet. Welche Daten das sind und wie sie im Fenster dargestellt werden, kann man bei Fusion Tables konfigurieren.

Was aber, wenn das Fenster keine statischen Informationen enthalten, sondern sich dynamisch füllen soll? Der konkrete Anwendungsfall: Auf meiner Karte der Frankfurter Wahlkreise für die Landtagswahl, die ich für fr-online.de erstellt habe, werden in den Infofenstern die Direktkandidaten aufgelistet – und immer dann, wenn es ein Porträt dazu gibt (die erst nach und nach veröffentlicht werden), soll ein entsprechender Link zu diesem Text eingeblendet werden. Das Ganze bitte, ohne dass andernfalls Lücken oder Leerzeilen entstehen. Die Lösung: dynamische Templates. Weiterlesen →

Karten-Visualisierung: Drei Tools im Test

Wenn es in Statistiken um Ländervergleiche geht, bietet sich oft eine Heatmap oder Choroplethenkarte zur besseren Verständlichkeit an – eine Gebietsstufenkarte, auf der die verschiedenen Länder oder Regionen je nach Wert unterschiedlich intensiv eingefärbt sind. Regionale Unterschiede oder auch mögliche Zusammenhänge lassen sich damit auf einen Blick erfassen. Dieser Tage legte das Statistische Bundesamt zum Beispiel Zahlen aus 2010 zur Armutsgefährdung in den EU-(und einigen Nicht-EU-)Staaten vor – eine Gelegenheit, mal das eine oder andere Werkzeug für das Erstellen interaktiver Karten jenseits von Google Fusion Tables zu testen. Angeschaut habe ich mir OpenHeatMap, CartoDB und Tableau Public. Weiterlesen →

Wie unsicher ist Frankfurt wirklich?

Frankfurt, Hauptstadt des Verbrechens? Ach, gäjnse mer fodd mit dene olle Glischees. Alle Jahre wieder, wenn das BKA die Kriminalstatistik vorlegt, tönen Medien landauf landab, dass Frankfurt am Main die gefährlichste Stadt Deutschlands sei. Das ist natürlich Unsinn – nicht nur, weil ich in dieser wunderbaren Stadt sehr gerne lebe, sondern vor allem, weil die Zahlen etwas anderes sagen. Lesen muss man sie halt. Aber wer will schon eine knackige Schlagzeile totrecherchieren? Weiterlesen →

Jüdische Frankfurter – und was aus ihnen wurde

Stolpersteine für Hermann und Paula Eschwege

Stolpersteine auf dem Weg zu meiner Arbeit: Hermann und Paula Eschwege wohnten in der Wittelsbacher Allee. Ihre Geschichte beim Klick aufs Bild.

Wohl fast jeder, der mit offenen Augen durch Deutschlands Straßen geht, ist schon einmal über einen dieser messingfarbenen Pflastersteine für Opfer des Nationalsozialismus gestolpert: „Hier wohnte“ steht darauf eingraviert, gefolgt von einem Namen, dem Geburtsdatum, dem Ziel der Deportation und, soweit bekannt, dem Todesdatum. Bis zum Jahresende werden 38.000 davon verlegt sein, die meisten in Deutschland, aber auch in vielen anderen Ländern Europas – eine mit Preisen bedachte Initiative des Künstlers Gunter Demnig.

Aus Frankfurt am Main wurden etwa 12.000 Menschen deportiert, die meisten in den Jahren 1941 bis 1945. An 700 von ihnen erinnert jeweils ein Stolperstein, eingelassen in das Pflaster vor dem letzten Wohnhaus. Doch können diese Zahlen wirklich einen Eindruck davon vermitteln, wie viele Frauen, Männer und Kinder in dieser Zeit gewaltsam aus ihrem Leben und aus der Mitte einer Stadtgesellschaft gerissen wurden? Die Opfer der Nazis lebten nicht irgendwo abgeschirmt, sondern waren Nachbarinnen und Nachbarn, im Westend, in Bockenheim, im Gallus, in Sachsenhausen, im Nordend, in Eschersheim, im Ostend, in Höchst. Wohin wurden sie verschleppt, nachdem die Nazi-Schergen sie im Morgengrauen aus ihren Wohnungen geholt und zu Sammelstellen wie der Großmarkthalle getrieben hatten? Wie viele Menschen deportierte die Gestapo nach Theresienstadt, nach Lodz, Kaunas, nach Auschwitz, Majdanek und in andere Ghettos und Konzentrationslager? Wem gelang die Flucht? Wie viele nahmen sich das Leben? Weiterlesen →

Hier blitzt die Frankfurter Polizei

Eine einfache Tabelle mit Daten, die von der Polizei zur Verfügung gestellt wurden, wird zu einer Blitzer-Karte

Eine einfache Tabelle wird im Handumdrehen zu einer Blitzer-Karte

Ein einfaches Beispiel für lokalen Datenjournalismus mit hohem Nutzwert: Eine Karte, auf der die Orte der Geschwindigkeitsmessungen in einer bestimmten Woche eingezeichnet sind. Die Daten stellt die Polizei zur Verfügung, sie werden in eine einfache Tabelle übertragen und mit Hilfe von Google Fusion Tables als Karte ausgegeben. Weiterlesen →