Frankfurt bei Nacht fotografieren

Nachts am Main, mit dem Blick nach Osten. Bild: Monika Gemmer

Nachts am Main, mit dem Blick nach Osten. Bild: Monika Gemmer
Blende: ƒ/7.1    Brennweite: 17mm    ISO: 100    Verschlusszeit: 25s    

Frankfurt bei Nacht: Fast immer, wenn ich im Dunkeln in der Stadt unterwegs bin, will ich diesen Anblick festhalten, und meistens habe ich nur das Handy dabei – entsprechend geraten die Fotos. Aber auch mit der „richtigen“ Kamera gelingt es mir oft nicht, die Skyline, den Main oder Gebäude wie die Alte Oper so festzuhalten, wie sie in der Blauen Stunde direkt nach Sonnenuntergang oder in der nächtlichen Beleuchtung wirken.

Um die Sache mit der Langzeitbelichtung zu lernen, war ich mit einem Fototrainer, einer Canon EOS 70D und einem Stativ dreieinhalb Stunden lang im abendlichen Frankfurt unterwegs. Was ich von diesem Kurs mitgenommen habe und welche Bilder dabei herauskamen, fasst dieser Beitrag zusammen.

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Rüschhaus und Hülshoff im Zeitraffer

Eine Ente nimmt den Wassergraben vor Burg Hülshoff wieder in Besitz, nachdem die Fontäne abgestellt wurde, und dreht wie demonstrativ ihre Runden. Flugzeuge am Himmel ziehen Bahnen wie Sternschnuppen. Wölkchen reißen aus und wehen ihrer eigenen Wege. Die untergehende Sonne lässt die Schatten der Bäume auf der Fassade des Teehäuschens wandern.

Das sind meine Lieblingsstellen in meinem* kleinen Film mit Fotos und Zeitraffer-Aufnahmen von Rüschhaus und Burg Hülshoff:

* nur echt mit dem Fussel oben links auf dem Sensor! :)

Zeitraffer brauchen Geduld, warme Unterhosen und ein gutes Buch

Ein paar Wolken am Himmel? Sehr gut. Und dazu ein bisschen Wind? Perfekt. Timelapse-Wetter! Ich brauche nämlich Bewegung – ok, generell und sowieso, aber auch am Himmel. Denn dann gibt er eine gute Kulisse ab für die Zeitraffer-Filme, an denen ich mich gerade ausprobiere.

Was man, neben dem richtigen Wetter, dafür braucht: Eine x-beliebige Kamera, ein Stativ, volle Akkus, große Speicherkarten und die Möglichkeit, Fotos in einstellbaren Intervallen zu schießen. Da meine Kamera das von Haus aus nur in begrenztem Umfang kann, nutze ich die Triggertrap-App und das zugehörige Kabel, um das Smartphone mit dem Fotoapparat zu verbinden.

Die App kann noch viel mehr, und wenn ich in Rente zu gehe, finde ich vielleicht die Zeit, alle Funktionen auszuprobieren: Die Kamera mit einem Geräusch auslösen, um zum Beispiel einen zerplatzenden Ballon im richtigen Moment abzulichten. Auslösen durch eine Bewegung (Luftsprung-Bilder) oder aufgrund der Entfernung (GSP-gesteuerte Auslösung alle XX Meter, etwa auf einer Autofahrt). Und irgendwann traue ich mich vielleicht an Star-Trail-Filme, auf denen die Bahnen zu sehen sind, die Sterne am nächtlichen Firmament ziehen.

Zeitraffer-Cracks setzen den Film später in Lightroom (ggf. mit der Software-Erweiterung LRTimelapse) zusammen. Für meine bescheidenen ersten und wohl auch weiteren Schritte habe ich mir die Mac-App Sequence zugelegt. Sie kann nicht allzu viel, aber das Notwendigste wie z.B. Weißabgleich-Korrektur und eine Deflicker-Funktion, die Schwankungen bei der Helligkeit ausgleicht, und das reicht mir erstmal.

Was ich allerdings endlich mal halbwegs lernen muss: Den Umgang mit manuellen Kameraeinstellungen. Den Autofokus zu deaktivieren und selbst scharf zu stellen (weil die Kamera sonst unter Umständen einzelne Bilder der Sequenz anders fokussiert) bekomme ich ja noch hin. Zu Themen wie Belichtungszeit, Blende und Weißabgleich gibt es zum Glück viele Experten da draußen, die ihr Wissen teilen, zum Beispiel hier ud hier (wo man auch den wichtigsten Tipp von allen findet: Immer zu viel Kleidung und was zu trinken dabei haben).

Was man dabei lernen kann: Zeit ist sowas von relativ. Alle fünf Sekunden ein Foto, und das eine gute Dreiviertelstunde lang, ergibt am Ende ein Filmchen allenfalls 20 Sekunden – bei einer Bildfrequenz von 25 bis 30 Bilder pro Sekunde.

Was man dabei noch lernen kann: Geduld. Eine Stunde und länger mehr oder weniger beschäftigungslos neben einem Stativ zu stehen kann ziemlich langweilig sein. An der neuen EZB im Ostend, wo ich an einem Samstag die Skater fotografierte, bin ich viel zu früh unruhig geworden – mit dem Ergebnis, dass dieses spannende Motiv im fertigen Zeitraffer-Film für meinen Geschmack zu kurz geraten ist. Ein paar Tage später an der Mainfähre bei Maintal hatte ich neben dem Weitwinkelobjektiv auch ein Buch dabei, was mich deutlich länger durchhalten ließ: Wer in der letzten Einstellung des Films genau hinschaut, kann acht Fährüberfahrten und zwei vorbeiziehende größere Mainschiffe zählen. Und natürlich jede Menge passierende Enten. :)

Gute Nacht, Frankfurt

Gestern, auf dem Heimweg.

Japan Center (links), Maintower (Mitte)

Frankfurt 360 Grad

Interaktives Panorama: Aus 200 Metern Höhe lässt sich die Stadt, in der ich lebe, in alle Himmelsrichtungen gut überblicken. Der Kopfbahnhof, das Bankenviertel, dahinter am Horizont der Taunus; Anlagenring, Börse, Zeil und Zoo; die Altstadt mit Römerberg und Paulskirche; der Main, die Brücken nach dribbdebach, Sachsenhausen: Gestern war ich mal wieder oben auf dem Maintower und habe mich um die eigene Achse gedreht. Weiterlesen →

Little Big Frankfurt

Dieses Projekt hat mir so gut gefallen, dass ich an einigen meiner Fotos mal diese „Tilt-Shift“-Sache ausprobieren musste. Dabei wird die Tiefenschärfe rund um einen fokussierten Punkt minimiert; zusammen mit verstärkten Farben entsteht ein Miniatur-Effekt.

 

Konzentrationslager Buchenwald

Eine Audio-Slideshow aus dem Konzentrationslager Buchenwald – erstellt mit Soundslides. Im Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar sind zwischen Juli 1937 und April 1945 rund 250.000 Menschen zusammengepfercht, schätzungsweise 56.000 werden hier getötet. Weiterlesen →