Simon Rogers: Datenjournalismus-Grundlagen

„Don’t focus on tools, focus on storys“: Paul Bradshaw, britischer Online-Journalist und Blogger, hat mit dieser freundlichen Mahnung mich gemeint. Ganz bestimmt. Denn ich neige dazu, in meiner Begeisterung für neue Werkzeuge schnell mal die eigentliche Geschichte aus den Augen zu verlieren. Die aber steht auch im Datenjournalismus im Vordergrund und am Anfang eines Projekts. Nett von Paul Bradshaw, mich am Ohr zu ziehen und daran zu erinnern.

 Die Krankenschwester Florence Nightingale stellt im 19. Jahrhundert die Todesursachen während des Krimkrieges  als Diagramm dar. Nightingale-mortality  von w:Florence Nightingale (1820–1910). - http://www.royal.gov.uk/output/Page3943.asp. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons.


Die Krankenschwester Florence Nightingale zeigt im 19. Jahrhundert, dass im Krimkrieg die meisten Soldaten an Infektionskrankheiten sterben und nicht an Kriegsverletzungen.
Bild: http://www.royal.gov.uk, lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons.

Er ist einer von fünf renommierten Datenjournalisten, bei denen ich in den vergangen Wochen den Online-Intensivkurs „Doing Journalism with Data: First Steps, Skills and Tools“  des European Journalism Centre absolvieren durfte, zusammen mit vielen tausend anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der ganzen Welt. Es war ein MOOC, ein Massive Open Online Course, kostenlos und offen für alle, mit insgesamt 20 Video-Vorträgen in fünf Modulen, jeweils ergänzt durch Zwischentests und sehr rege geführte Forumsdiskussionen, aus denen ebenso viel zu lernen war wie aus den Vorträgen selbst. Der erfolgreiche Abschlusstest wird mit einem Zertifikat belohnt, und ich bin glücklich, meinen letzte Woche bestanden zu haben.

Was ich gelernt habe, will ich hier in einer fünfteiligen Serie aufschreiben. In diesem ersten Teil geht es um die Grundlagen. Weiterlesen →

Hamburger leben länger!

Vorbildlich: Das Max-Planck-Institut für Demografieforschung hat nicht nur herausgefunden, dass die Lebenserwartungen in Deutschland sehr unterschiedlich verteilt ist, sondern stellt auch gleich Rohdaten der Studie inklusive Geodaten zum Download zur Verfügung. So konnte ich recht schnell diese Karte erstellen:

Sie zeigt, wie stark der Anteil von Uralten (das sind jene, die gegen Ende des 19.Jahrhunderts in der jeweiligen Region geboren wurden, im Untersuchungszeitraum von 1989 bis 2002 also 105 Lebensjahre oder mehr auf dem Buckel hatten) nach oben oder unten vom Bundesdurchschnitt abweicht. Und siehe da: An der Küste lebt sich’s länger! Ganz besonders lange leben die Hamburger, die Stadt ist Spitzenreiter mit einem Hochbetagten-Anteil, der um 71 Prozent über dem Durchschnitt liegt. Weiterlesen →

Bornheim ist wieder Bornheim

Höhenstraße: Hier beginnt nun wieder Bornheim

Höhenstraße: Hier beginnt nun wieder Bornheim

Der Frankfurter Stadtteil Bornheim ist nun auch offiziell wieder dort Bornheim, wo ja eigentlich immer Bornheim war: Ab der Höhenstraße die Bergerstraße aufwärts. Ende letzten Jahres hat die Stadt die Stadtteilgrenze offiziell in Richtung Südwesten verschoben – dorthin, wo sie nach dem Gefühl der Bornheimer schon immer gehört, an die Höhenstraße. Zuvor gehörte auch der mittlere Teil der Bergerstraße, zwischen Höhenstraße und Bornheim-Mitte gelegen, offiziell zu Nordend-Ost. Wie es einst zu dieser irritierenden Grenzziehung gekommen war, erklärt Stadtkind Ffm hier. Nun also beginnt Bornheim an der Höhenstraße, und Arnsburger-, Petterweil- und mittlere Bergerstraße, der Germaniaplatz und die St.Josefskirche, sie alle sind endlich zu Hause. :)

Anlass für mich, die Geodaten der Frankfurter Stadtteilgrenzen zu aktualisieren. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch viele Ungenauigkeiten ausgebessert. Jetzt also ganz frisch und noch besser als vorher:

KML-Daten zum Download

  • KML-Daten: alle Stadtteile von Frankfurt am Main (Download)
  • KML-Daten: Frankfurter Stadtteile, zugeschnitten auf Darstellung von Wahlergebnissen (Download)

TV-Duelle amerikanischer Präsidentschaftskandidaten

Die Tabelle hinter der Zeitleiste

Die Tabelle hinter der Zeitleiste

Für FR und Berliner Zeitung habe ich mit dem Werkzeug Timeline JS eine Zeitleiste mit Video-Auschnitten aus TV-Duellen der amerikanischen Präsidentschaftskandidaten zusammengestellt – von Kennedy gegen Nixon bis Obama gegen McCain. Auch hier liegt eine Tabelle zugrunde, in der alle relevanten Daten eingetragen sind, inklsuive der Links zu den Youtube-Videos.

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Gregor Aisch stellt vor: Infografiken des Mittelalters

Notizen zum Datenjournalismus

Im Hamburg drängelten sich dieser Tage rund 100 Menschen – die meisten Journalistinnen und Journalisten, aber auch jede Menge Programmierer/innen, und viele waren wohl irgendwie beides – bei Gruner+Jahr bei einer Tagung des Netzwerks Recherche, um etwas über Datenjournalismus zu erfahren. Hier ein paar Notizen, Videos, Links und Tweets.

Erkenntnis Nr. 1: Das Thema Datenjournalismus nimmt auch in Deutschland Fahrt auf. Journalisten werden in absehbarer Zeit nicht mehr über die Runden kommen ohne Grundkenntnisse über das Beschaffen, Nutzbarmachen, Auswerten und Visualisieren von Daten. Das scheint auch Verlagen und anderen Medienunternehmen zu dämmern.

Erkenntnis Nr. 2: Teamwork gewinnt an Bedeutung. Es braucht Journalisten, Programmierer und Gestalter – allesamt mit Spezialkenntnissen, aber auch der Fähigkeit, die anderen Bereiche „mitzudenken“.

Erkenntnis Nr. 3: Ohne Excel geht goar nix.

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