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	<title>The Daily Mo</title>
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	<description>Das Weblog von Monika Gemmer</description>
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		<title>Nur die Zeit vergeht</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 08:21:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glaube, Liebe, Hoffnung]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn alles gut gegangen ist, wenn da drüben, auf der anderen Seite, wirklich alles so ist, wie manche Menschen glauben, dann kehrst du wohl eben von einem ausgedehnten Spaziergang mit deinen Vierbeinern zurück. Wahrscheinlich habt ihr den Weg durch den Wald hinterm Haus genommen, seid an der Lichtung nach Norden abgebogen, über den Kanal gesprungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn alles gut gegangen ist, wenn da drüben, auf der anderen Seite, wirklich alles so ist, wie manche Menschen glauben, dann kehrst du wohl eben von einem ausgedehnten Spaziergang mit deinen Vierbeinern zurück. Wahrscheinlich habt ihr den Weg durch den Wald hinterm Haus genommen, seid an der Lichtung nach Norden abgebogen, über den Kanal gesprungen und habt eure Runde über die sturmumwehten Klippen von Dorset gedreht.  Wieder zuhause angekommen, wirst du dir hundert gute Bücher nehmen und dich gemütlich auf einem Sofa niederlassen, vor dir ein Teller mit einem ganzen Stapel Reibekuchen und Apfelmus, den du langsam und still genießt, es gibt keinen Hunger, dort, wo du jetzt bist. Du wirst ein Buch in einem Atemzug lesen und danach neunundneunzig weitere, ohne aufzublicken, und du würdest dabei die Zeit vergessen, wenn sie dort, wo du jetzt bist, überhaupt noch wichtig wäre. Du lebst, aber du alterst nicht. Du läufst, aber du wirst nicht müde. Du wartest, aber du spürst keine Ungeduld. Du hast alle Zeit der Welt, buchstäblich.</p>
<p>Hier waren es zehn Jahre, lange genug, sollte man meinen, um sich nur noch an solche Momente zu erinnern wie jene oben auf dem Kliff, und alles andere zu vergessen. Lange genug, um die Leerstelle nicht mehr zu spüren, aber so ist es nicht. Hier vergeht die Zeit, aber alles andere bleibt: die Fehler, der Trotz und die Sehnsucht.<br />
<img src="http://www.dailymo.de/wp-content/images/steg.jpg" alt="Steg" title="Steg" width="400" height="146" class="aligncenter size-full wp-image-1825" /></p>
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		<title>Stellenanzeige</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 09:21:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Katholische Kirche sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt
Missbrauchsbeauftragte
für die Bistümer Berlin, München-Freising, Hamburg, Freiburg, Fulda, Münster, Essen, Hildesheim, Bonn, Limburg, Regensburg und Passau. Weitere Zuständigkeitsgebiete könnten hinzukommen.
Neben der  Mitgliedschaft in der römisch-katholischen Kirche erwarten wir fundierte theologische Kenntnisse und die feste Verwurzelung im Glauben. Bewerber mit Handicap (Taubstummheit) werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt. Bewerbungen von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Katholische Kirche sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt<br />
<strong>Missbrauchsbeauftragte</strong><br />
für die Bistümer Berlin, München-Freising, Hamburg, Freiburg, Fulda, Münster, Essen, Hildesheim, Bonn, Limburg, Regensburg und Passau. Weitere Zuständigkeitsgebiete könnten hinzukommen.<br />
Neben der  Mitgliedschaft in der römisch-katholischen Kirche erwarten wir fundierte theologische Kenntnisse und die feste Verwurzelung im Glauben. Bewerber mit Handicap (Taubstummheit) werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt. Bewerbungen von Frauen sind möglich, werden aber nur ungern berücksichtigt.<br />
In den genannten Bistümern werden zudem derzeit einige Lehrerstellen und Mönchszellen frei.<br />
Bewerbungen an die Deutsche Bischofskonferenz, z.Hd. Herrn R. Zollitsch.</p>
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		<title>Schamgrenzen</title>
		<link>http://www.dailymo.de/2010/02/28/schamgrenzen/</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 15:15:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Stürmische Zeiten: Draußen biegt der Wind die Bäume, wirbelt Blätter und Papier hoch in die Luft. Ab und zu fliegen die Schlagzeilen der vergangenen Woche an meinem Fenster vorbei. (Wie wird man stürmische Atmosphäre filmisch darstellen, wenn es einst keine Zeitungen mehr gibt?) Eine Frau  legt ihre Ämter nach einer Alkoholfahrt nieder und nimmt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Stürmische Zeiten: Draußen biegt der Wind die Bäume, wirbelt Blätter und Papier hoch in die Luft. Ab und zu fliegen die Schlagzeilen der vergangenen Woche an meinem Fenster vorbei. (Wie wird man stürmische Atmosphäre filmisch darstellen, wenn es einst keine Zeitungen mehr gibt?) Eine Frau  legt ihre Ämter nach einer Alkoholfahrt nieder und nimmt ihre eigene Integrität so ernst, dass sich die Herren in hohen Ämtern die Augen reiben. Herrje! Was, wenn das Schule macht? </p>
<p>Erinnert sich noch jemand an Otto Wiesheu von der CSU? Der hatte sich in den 80er Jahren mit mehr als 1,7 Promille ans Steuer gesetzt und einen Menschen getötet. Später wurde er in Bayern Staatsminister für Verkehr.  In Hessen regiert noch immer ein Ministerpräsident der CDU, der die Öffentlichkeit über Schwarzgeld und gefälschte jüdische Vermächtnisse belogen hat.  In Berlin verteidigt dieser Tage der Grüne Jerzy Montag die Verjährungsfrist bei sexuellem Missbrauch und findet allen Ernstes, es sei unverhältnismäßig, einen 75-jährigen für Taten zu bestrafen, die 30 oder 40 Jahre zurückliegen. Wie bitte? Geht&#8217;s noch? Tausende Opas dieser Sorte sollen hierzulande gemütlich im Lehnstuhl sitzen bleiben,  ihre Enkeltöchter auf dem Schoß, weil sie doch so arm und alt und hilflos wirken und überhaupt, alles so lange her ist, quasi schon gar nicht mehr wahr?! </p>
<p>Zeit, die Schamgrenzen in diesem Land neu zu ziehen.</p>
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		<title>You are not a newspaper anymore</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Feb 2010 14:27:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Multimedia]]></category>

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		<description><![CDATA[Regina McCombs wirkte verwundert. Die Journalisten-Ausbilderin vom Poynter Institute hatte soeben einer Schar von knapp 100 deutschen Redaktionsleitern, Chefredakteuren und Online-Journalisten im Institut für praktische Journalismusforschung im bitterkalten Leipzig einen Überblick gegeben über die Crossmedia-Strategien amerikanischer Zeitungsverlage. Sie hatte einige Beispiele mitgebracht, die man hierzulande lange suchen muss:
Talking to the Taliban , eine Multimedia-Reportage der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Regina McCombs wirkte verwundert. Die Journalisten-Ausbilderin vom Poynter Institute hatte soeben einer Schar von knapp 100 deutschen Redaktionsleitern, Chefredakteuren und Online-Journalisten im Institut für praktische Journalismusforschung im bitterkalten Leipzig einen Überblick gegeben über die Crossmedia-Strategien amerikanischer Zeitungsverlage. Sie hatte einige Beispiele mitgebracht, die man hierzulande lange suchen muss:</p>
<p><a href="http://v1.theglobeandmail.com/talkingtothetaliban/">Talking to the Taliban</a> , eine Multimedia-Reportage der kanadischen Zeitung The Globe and Mail:<br />
<a href="http://v1.theglobeandmail.com/talkingtothetaliban/ rel="lightbox"><img src="http://www.dailymo.de/wp-content/images/2010/talkingtothetaliban.jpg" alt="Talking to the Taliban" title="Talking to the Taliban" border="0" / rel="lightbox"></a></p>
<p><a href="http://www.startribune.com/local/12166286.html">13 seconds in August</a>: Die Star Tribune in Minneapolis (bei der McCombs Multimediaredakteurin war) lokalisierte auf einem Satellitenfoto die Menschen, die sich im Sommer 2007 beim Einsturz auf der Mississippi-Brücke aufhielten, und besuchte sie mit der Videokamera<br />
<a href="http://www.startribune.com/local/12166286.html"><img src="http://www.dailymo.de/wp-content/images/2010/13secondsinaugust.jpg" alt="13 seconds in August" title="13 seconds in August" border="0" /></a></p>
<p><a href="http://www.nytimes.com/2007/04/10/business/2007_BUYRENT_GRAPHIC.html?_r=2">Is it besser to buy or to rent?</a> Eine interaktives Tool für die Immobilien-Finanzplanung:<br />
<a href="http://www.nytimes.com/2007/04/10/business/2007_BUYRENT_GRAPHIC.html?_r=2"><img src="http://www.dailymo.de/wp-content/images/2010/bettertobuyortorent.jpg" alt="Is it better to buy or to rent" title="Is it better to buy or to rent"  border="0" /></a></p>
<p>Regina McCombs hatte berichtet, mit welcher Selbstverständlichkeit sich US-Kollegen in den neuen Medien bewegen, mit wie viel Entdeckerlust viele von ihnen die Möglichkeiten nutzen, die soziale Netzwerke, Twitter, Blogs für sie selbst und ihre Arbeit bieten (<a href="http://twitter.com/coloneltribune">Colonel Tribune</a>, <a href="http://wcco.com/jasonblog#jasoncam">Jason DeRusha</a>). Wie Accounts bei Facebook jenseits der Standard-Anmutung aussehen können (<a href="http://apps.facebook.com/mndaily/?_fb_fromhash=42fc457cd6aa3043262ae849d75697aa">Minnesota Daily</a>). Was Apps an Mehrwert bieten können (<a href="http://www.indystar.com/section/iphoneapp">Indystar</a>). Welche Ideen für lokale Angebote es gibt (<a href="http://watch.tampabay.com/homes/">Tampabay</a>, <a href="http://sunlightlabs.com/blog/2009/recoverygov-contracts-your-phone/">Sunlight Labs</a>)</p>
<p>Und dann, nach ihrem durchaus inspirierendem Vortrag, hörte sie dies: &#8220;Aber all das kostet doch Zeit!&#8221;</p>
<p>Joah. Stimmt. Is so.</p>
<p>Man stelle sich kurz vor, dies sei keine Journalistentagung, sondern ein Chirurgenkongress. Und auf einen kurzen Abriss der modernen Technologien in der Mikrochirurgie würde der Einwand folgen: Fein, ja, aber hey: Eigentlich habe ich nicht die Zeit, mich damit zu beschäftigen.</p>
<p>Berufsbilder ändern sich. Alle. Vielleicht sind Blogs, Twitter, Facebook (oder welcher Dienst auch immer den nächsten Hype prägen wird) tatsächlich nicht die richtigen Plattformen für die eigene Arbeit &#8211; mag sein. Aber um das zu beurteilen, sollte man diese Werkzeuge zumindest kennen. Von gestandenen Kollegen hörte ich neulich, Web 2.0  sei ein Sumpf, in den man sich am besten gar nicht erst hinein begebe. Dabei ist das schon immer unser Job gewesen: die Spreu vom Weizen, die relevanten Informationen vom Blabla zu trennen.</p>
<p>Regina McCombs hatte ein paar Empfehlungen für ihre deutschen Kollegen im Gepäck:</p>
<ul class="list">
<li>Vergrößert eure Kenntnisse und Fähigkeiten. Lernt. Setzt Menschen in eure Newsrooms, die es verstehen, den richtigen Kanal zu finden und Stories medienübergreifend zu erzählen.</li>
<li>Kommuniziert ernsthaft mit euren Lesern. Dafür gibt es viele Wege. Wählt euch die passenden aus.</li>
<li>Findet eure Nische. Fragt euch: Was nutzt den Usern, besonders jenen in unserer Gegend? Befasst euch mit Geo-Kodierung, entwickelt lokalisierbare Inhalte. Sorgt dafür, dass eure interaktiven Inhalte leichter gefunden werden.</li>
<li>Stellt euch auf mobile Dienste ein. Entwickelt attraktive Angebote. Spätestens 2020 wird das der dominierende Weg ins Web sein.</li>
<li>Kümmert euch um Branding. Nicht nur für das Medienunternehmen, sondern auch für den einzelnen Journalisten.</li>
<li>Habt keine Angst vor der Feststellung: Wir sind keine Zeitung mehr. Hört auf, so zu handeln, als wärt ihr nur ein Printmedium.</li>
<li>Nehmt euch die Zeit für all das. Sonst läuft sie für euch ab.</li>
</ul>
<p>Bookmark-Sammlung <a href="http://delicious.com/reginajmc/bp09">&#8220;Best Practices&#8221; &#8211; Weitere Beispiele für Multimedia-Journalismus</a></p>
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		<title>Als Mutter Goethe ihr Herz verlor</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Feb 2010 15:00:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lokales]]></category>

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		<description><![CDATA[Für Skandale war nicht nur Johann Wolfgang Goethe gut. Noch bevor der Sohn im fernen Weimar seine wilde Ehe mit Christiane Vulpius begann, stürzte sich seine Mutter Katharina Elisabeth in Frankfurt in eine Liaison mit einem sehr viel jüngeren Mann. Mochte die Frankfurter Gesellschaft noch so die Nase rümpfen &#8211; um Frau Aja, wie Goethes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.dailymo.de/wp-content/images/2010/goethe_unzelmann.jpg" alt="Katharina Elisabeth Goethe und Karl Unzelmann" align="left" style='margin-right: 5px;' >Für Skandale war nicht nur Johann Wolfgang Goethe gut. Noch bevor der Sohn im fernen Weimar seine wilde Ehe mit Christiane Vulpius begann, stürzte sich seine Mutter Katharina Elisabeth in Frankfurt in eine Liaison mit einem sehr viel jüngeren Mann. Mochte die Frankfurter Gesellschaft noch so die Nase rümpfen &#8211; um Frau Aja, wie Goethes Mutter von dessen Freunden genannt wurde und sie selbst viele ihrer Briefe unterschrieb, war es geschehen, als sie den jungen Mann das erste Mal erblickte. Altersunterschied hin oder her.<br />
<span id="more-1737"></span><br />
Karl Wilhelm Ferdinand Unzelmann kommt 1784 als Schauspieler an den Main, um hier zu arbeiten. Er ist 31 Jahre alt, hat bereits erfolgreich auf einigen deutschen Bühnen gestanden und gewinnt mit seinen Auftritten am Frankfurter Komödienhaus offensichtlich auf Anhieb das Herz der theaterbegeisterten 53-jährigen Katharina Elisabeth Goethe, seit drei Jahre Witwe.</p>
<p>Ihr Faible für die Schauspielerei ist legendär. Sie versäumt kaum eine Vorstellung. Noch heute erinnert man sich in Frankfurt an eine Anekdote, die Bettina von Arnim damals notiert: Als die Besucherplätze bei warmem Wetter einmal nur zur Hälfte besetzt sind, habe die Frau Rat zur Bühne gerufen: &#8220;Sie können anfangen. Ich bin da.&#8221; Und sicher ist es kein Zufall, dass sich Katharina lisabeth später, nachdem sie das Haus am Hirschgraben verkauft hat, für eine Wohnung am Roßmarkt entscheidet &#8211; in unmittelbarer Nachbarschaft zum damaligen Schauspielhaus.</p>
<p>Am 19. April 1784 hat Karl Wilhelm Ferdinand Unzelmann sein Frankfurter Debüt als Schauspieler. Im Publikum, wie immer: Katharina Elisabeth Goethe. Offenbar verliebt sie sich augenblicklich in den 22 Jahre jüngeren Mann. Man darf davon ausgehen, dass der Altersunterschied ihr nicht allzu viel Kopfzerbrechen bereitet hat: Sie selbst war 17, als sie 1748  mit dem 38-jährigen Johann Kaspar Goethe verheiratet wurde.</p>
<p>Die Witwe Goethe sucht die Nähe des jungen Schauspielers. Unzelmann macht es sich &#8220;zur Gewohnheit, nach jeder Darbietung zu ihrer Loge hinaufzuschauen&#8221;, schreibt Silke Wustmann in &#8220;Frankfurter Liebespaare&#8221;. Heiraten indes wird er im Jahr darauf eine andere: die 17-jährige Stieftochter des Theaterdirektors Großmann, Friederike Bethmann. Den Kontakt zur Frau Rat hält er dennoch aufrecht &#8211; sie ist nicht die einzige Affäre, wie es scheint. Unzelmanns junge Gattin jedenfalls glaubt, viele Gründe zur Eifersucht zu haben:</p>
<blockquote><p>Er flatterte und flunkerte überall umher, war alltäglich verliebt und allwöchentlich in eine andere, endlich sogar in die Frau Rat, die Mutter Goethes, die ihn so beherrschend gängelte, dass ich nichts ohne ihren Einfluss tun durfte. Ich war eine siebzehnjährige unbedachtsame Frau, eitel auch, und meinte: Zieht er dir eine vor, die hübscher ist als du, so wäre das zu begreifen, aber die Frau Rat! </p></blockquote>
<p>Einfluss verschafft sich Katharina Elisabeth unter anderem durch finanzielle Zuwendungen. Unzelmann hat Schulden. Goethes Mutter hilft immer wieder aus, macht Geschenke, bezahlt seine Möbel. Und sie versucht, zu schlichten, wenn der egozentrische Schauspieler wieder einmal Streit im Theater hat. Als die Auseinandersetzungen im Ensemble eskalieren, schmeißt Unzelmann hin. 1788 verlässt er mit seiner Frau die Stadt in Richtung Berlin, wo er sich einen neuen Job verschafft hat. Er geht ohne Abschied. Katharina Elisabeth Goethe bleibt zurück &#8211; bitter enttäuscht und mit gebrochenem Herzen. </p>
<p>Dann flattert ihr eine hilflos wirkende Depesche aus Berlin ins Haus:</p>
<blockquote><p>Oh Elisabeth, was habe ich getan!</p></blockquote>
<p>Doch Elisabeth will nichts hören, nicht auf seine Rückkehr hoffen. Ihre Antwort fällt deutlich aus:</p>
<blockquote><p>Oh! Täuschen Sie mich nicht wieder! Oh! Blasen Sie nicht den toten Funken wieder an – überlassen Sie mich lieber meinem Gram, der eine solche Höhe erstiegen hat, wo schwerlich was drüber geht. Bei einem Gewitter verkündigt doch der Donner die Annäherung des Blitzes – aber hier war Blitz und Schlag so eins, dass mich&#8217;s ewig wundern wird – dass mich meine Lebensgeister nicht den Augenblick alle verließen. </p>
<p>Ich weiß wahrlich nicht, ob ich nach so vielen vorhergegangenen Täuschungen, fehlgeschlagenen Erwartungen, mein Herz der Hoffnung, die mich so oft, so unendlich oft hintergangen hat, ob ich dieser Betrügerin es je wieder öffnen soll: oder ob es nicht besser ist, sie ganz zurückzuweisen, keinen Strahl davon mehr in die Seele kommen lassen  und mein voriges Pflanzenleben wieder anzufangen – ich sage es noch einmal – ich weiß es nicht. </p></blockquote>
<p>Schon im 18. Jahrhundert gilt: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Die Frankfurter Gesellschaft zerreißt sich das Maul über die verlassene Witwe. Sie, die sich sonst kaum um das Gerede anderer Leute schert, die keinerlei Probleme damit hat, dass ihr Sohn ohne Trauschein mit Christiane Vulpius und dem gemeinsamen Sohn zusammen lebt &#8211; jetzt spürt sie schmerzhaft  die spöttischen Blicke.</p>
<blockquote><p>Die Qual, die ich jetzt leide, ist unaussprechlich – da begegnen mir auf allen Ecken von dem verwünschten Volk, und machen jede Rückerinnerung neu, reißen durch ihren basilisken Blick jede Wunde auf – suchen und spähen, ob in meinen Augen Traurigkeit wahrzunehmen ist – um vielleicht daran ein Gaudium zu haben – und wenn ich an die Messe denke, auf die ich mich sonst so kindisch freute, wie das Großmaul, die St., mit Schadenfreude auf mich blicken wird – und ich mich in dem Punkt so wenig verstellen kann; so weiß ich nicht, was ich tun oder lassen soll. </p>
<p>Aber eins weiß ich – das Otterngezüchte soll aus meinem Haus verbannt sein, kein Tropfen Tyrannenblut soll über ihre Zungen kommen – keine Hand will ich ihnen zur Ehre, oder zur Ermunterung rühren – kurz allen Schabernack, den ich ihnen antun kann, will ich mit Freuden tun – räsonnieren will ich, Bürgers Frau Schnips soll ein Kind gegen mir sein – denn Luft muss ich haben, sonst ersticke ich &#8230; </p></blockquote>
<p>Es gehen noch viele Briefe zwischen Berlin und Frankfurt hin und her. Unzelmann erwägt sogar eine Rückkehr an den Main. Die Frau Rat reagiert erschrocken, schreibt ihm am  16. März 1788:</p>
<blockquote><p>Vor Ihrem Herkommen fürchte ich mich – Sie können leicht begreifen warum!!! Morgen lasse ich Brandbriefe an all meine saumseelige Schuldner ergehen – und dann wird Ihrer gedenken<br />
Ihre Elisabeth.<br />
N. S. An die Frau Gevatterin meinen freundlichen Gruß.</p></blockquote>
<p>Am Ende ist es die Aussicht, seine Gläubiger wieder zu treffen, die Unzelmann aus Frankfurt fernhält. Auch bei der Frau Rat hat er Schulden, deren Begleichung sie im Laufe der Zeit offenbar mit zunehmender Vehemenz einfordert. Einmal noch &#8211; 1805, zwei Jahre nach seiner Scheidung von Friederike &#8211; kommt der Schauspieler für ein Engagement nach Frankfurt. Katharina Elisabeth Goethe notiert:</p>
<blockquote><p>Herr Unzelmann hat hier ohne Beifall drei Rollen gespielt, und das ganze Publikum wünschte ihm eine glückliche Reise.</p></blockquote>
<p>Aller Enttäuschung zum Trotz: In der Rückschau auf die gemeinsamen Jahre in Frankfurt zieht sie ein positives Fazit, schreibt ihm im Dezember 1788:</p>
<blockquote><p>Das war die glücklichste Zeit, in meinem ganzen Leben – Aber dahin ist sie geflohen, die goldne Zeit. (&#8230;) Nun leben Sie wohl, lieber Freund! Möge Ihr Glück in Berlin recht groß und glänzend und von fester Dauer sein. Erfreuen Sie mich von Zeit zu Zeit mit guten Nachrichten, und glauben, dass weder Entfernung noch Zeit Ihr Andenken erlöschen wird, bei<br />
Ihrer Freundin Elisabeth. </p></blockquote>
<p>Am 13. September 1808 stirbt Katharina Elisabeth Goethe. Karl Unzelmann lebt bis zu seinem Tode am 21. April 1832 in Berlin. Fast 100 Jahre nach dem Tod der Frau Rat fällt  1902 im Schauspielhaus am Frankfurter Theaterplatz zum letzten Mal der Vorhang. Die Abschiedsvorstellung: Goethes Iphigenie auf Tauris.</p>
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		<title>It can&#8217;t even make phone calls!</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 13:16:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Multimedia]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/lQnT0zp8Ya4&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/lQnT0zp8Ya4&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
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		<title>Schön kalt</title>
		<link>http://www.dailymo.de/2010/01/26/frankfurtmain-bei-minus-zehn-grad/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 20:20:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lokales]]></category>

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		<description><![CDATA[Mehr Winter-Impressionen bei Facebook.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.dailymo.de/wp-content/images/2010/IMG_3403.jpg" title="Frankfurt am Main, Winter 2010" rel="lightbox"><img src="http://www.dailymo.de/wp-content/images/2010/IMG_3403_s.jpg" alt="Frankfurt am Main, Winter 2010" title="Frankfurt am Main, Winter 2010" height="267" width="400" class="aligncenter size-medium wp-image-1707" /></a></p>
<p>Mehr Winter-Impressionen <a href="http://www.facebook.com/dailymo?ref=name#/album.php?aid=7958&#038;id=100000413807544&#038;ref=mf">bei Facebook</a>.</p>
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		<item>
		<title>Seuchengefahr</title>
		<link>http://www.dailymo.de/2010/01/25/seuchengefahr/</link>
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		<pubDate>Mon, 25 Jan 2010 09:19:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Unter allen schlechten Nachrichten aus Haiti ist immer wieder auch eine, die bei erfahrenen Katastrophenhelfern Kopfschütteln auslöst: Von Toten, die nicht schnellstens unter die Erde kommen, gehe Seuchengefahr aus. Richard Munz bringen Fehlinformationen wie diese nach eigenem Bekunden &#8220;fast zur Verzweiflung&#8221;. Munz ist Notfallchirurg und war in vielen Katastrophengebieten im Einsatz. Statt ob der Lernresistenz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unter allen schlechten Nachrichten aus Haiti ist immer wieder auch eine, die bei erfahrenen Katastrophenhelfern Kopfschütteln auslöst: Von Toten, die nicht schnellstens unter die Erde kommen, gehe Seuchengefahr aus. Richard Munz bringen Fehlinformationen wie diese nach eigenem Bekunden &#8220;fast zur Verzweiflung&#8221;. Munz ist Notfallchirurg und war in vielen Katastrophengebieten im Einsatz. Statt ob der Lernresistenz der Medien zu verzweifeln, meldete er sich bei der FR: &#8220;Entgegen den jetzigen stereotypen Meldungen gibt es kein Leichengift und Leichen nach Naturkatastrophen stellen also auch keinerlei Seuchengefahr dar&#8221;. Die gehe vielmehr von den Lebenden aus &#8211; von ihren Ausscheidungen, die, wenn Toiletten fehlen, das Trinkwasser verseuchen können. </p>
<p>Die Hektik, mit der Tote nach Katastrophen in Massengräbern beerdigt werden, habe vor allem eins zur Folge: Sie bringe Leid über Familien, die nicht wissen, wo sie ihre Angehörigen betrauern können. Seuchengefahr werde durch solchen Aktionismus nicht gebannt. &#8220;Ich werde auf jeden Fall versuchen, diese Botschaft in Haiti in jedes Mikrofon zu schreien, das mir entgegengehalten wird.&#8221; </p>
<p>Mit der Mär vom Leichengift räumt auch das <a href="http://bestatterweblog.de/archives/Leichengift/80" rel="lightbox">Bestatterblog</a> auf.</p>
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		<title>Murmeltier-Tag!</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Dec 2009 20:45:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Alle Jahre wieder &#8211; die Neujahrsansprache von mehr oder weniger hohen Staatsleuten begleitet uns durch den Jahreswechsel. Mit einem vertrauten Reigen aus Schönfärberei, Plattitüden und Durchhalteparolen wird das Volk ins neue Jahr entlassen &#8211; kein Wunder, dass kaum jemand bemerkt,  wenn mal eine Ansprache aus dem Vorjahr wiederholt wird. Manchmal enthält so eine Rede [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alle Jahre wieder &#8211; die Neujahrsansprache von mehr oder weniger hohen Staatsleuten begleitet uns durch den Jahreswechsel. Mit einem vertrauten Reigen aus Schönfärberei, Plattitüden und Durchhalteparolen wird das Volk ins neue Jahr entlassen &#8211; kein Wunder, dass kaum jemand bemerkt,  wenn mal eine Ansprache aus dem Vorjahr wiederholt wird. Manchmal enthält so eine Rede aber auch einen unverwechselbaren Aspekt &#8230; </p>
<p>Wie wär&#8217;s mit einem Test? Es folgen Zitate aus Silvesteransprachen in Deutschland aus  rund 100 Jahren. Die Frage lautet: <b>Welches Murmeltier hat&#8217;s gesagt?</b> </p>
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<div class="quiz-area single-page-quiz">
<form action="" method="post" class="quiz-form" id="quiz-1">
<div class='quizzin-question' id='question-1'><div class='question-content'><blockquote>Auch dieser Jahreswende fehlt der Frieden auf Erden. Er fehlt nicht zum wenigsten denen, die im Zeichen des geflügelten Rades stehen und  meiner Sorge anvertraut sind.</ blockquote></div><br /><input type='hidden' name='question_id[]' value='1' /><input type='radio' name='answer-1' id='answer-id-136' class='answer answer-1 ' value='136' /><label for='answer-id-136' id='answer-label-136' class=' answer label-1'><span>Paul von Breitenbach</span></label><br /><input type='radio' name='answer-1' id='answer-id-137' class='answer answer-1 ' value='137' /><label for='answer-id-137' id='answer-label-137' class=' answer label-1'><span>Max, Prinz von Baden</span></label><br /><input type='radio' name='answer-1' id='answer-id-138' class='answer answer-1 ' value='138' /><label for='answer-id-138' id='answer-label-138' class=' answer label-1'><span>Georg Friedrich Graf von Hertling</span></label><br /></div><div class='quizzin-question' id='question-2'><div class='question-content'><blockquote>Arbeit! Das ist der Schrei, der in unseren Tagen am lautesten aus Deutschland und aus vielen anderen Ländern der Welt herausklingt, in einem bedrohlichen Klang, den auch die gegenwärtigen Machthaber der Erde nicht überhören dürfen.</blockquote></div><br /><input type='hidden' name='question_id[]' value='2' /><input type='radio' name='answer-2' id='answer-id-139' class='answer answer-2 ' value='139' /><label for='answer-id-139' id='answer-label-139' class=' answer label-2'><span>Franz von Papen</span></label><br /><input type='radio' name='answer-2' id='answer-id-140' class='answer answer-2 ' value='140' /><label for='answer-id-140' id='answer-label-140' class=' answer label-2'><span>Heinrich Brüning</span></label><br /><input type='radio' name='answer-2' id='answer-id-141' class='answer answer-2 ' value='141' /><label for='answer-id-141' id='answer-label-141' class=' answer label-2'><span>Alexander Zinn</span></label><br /></div><div class='quizzin-question' id='question-3'><div class='question-content'><blockquote>Lassen Sie uns Hand in Hand unverzagt der Zukunft mit ihren sorgenschweren Entscheidungen entgegen gehen. Gott hat Deutschland schon oft aus tiefer Not errettet - er wird uns auch jetzt nicht verlassen.</blockquote>
</div><br /><input type='hidden' name='question_id[]' value='3' /><input type='radio' name='answer-3' id='answer-id-145' class='answer answer-3 ' value='145' /><label for='answer-id-145' id='answer-label-145' class=' answer label-3'><span>Adolf Hitler</span></label><br /><input type='radio' name='answer-3' id='answer-id-146' class='answer answer-3 ' value='146' /><label for='answer-id-146' id='answer-label-146' class=' answer label-3'><span>Paul von Hindenburg</span></label><br /><input type='radio' name='answer-3' id='answer-id-147' class='answer answer-3 ' value='147' /><label for='answer-id-147' id='answer-label-147' class=' answer label-3'><span>Otto Fürst von Bismarck</span></label><br /></div><div class='quizzin-question' id='question-4'><div class='question-content'><Blockquote>Wenn wir uns nun vorzustellen versuchen, was uns das kommende Jahr (...) abverlangen wird, so können wir wohl ein gutes Gefühl deshalb haben, weil wir doch in den langen Wochen des September und Oktober bewiesen haben, dass die ganz große Mehrheit unserer Bürger zu ihrem Staat (...) steht. (...) Wir werden abermals viel Kraft brauchen, um das, was wir erreicht haben, zu bewahren, und Kraft, um den inneren Frieden, das heißt, den sozialen Frieden zu sichern.</blockquote></div><br /><input type='hidden' name='question_id[]' value='4' /><input type='radio' name='answer-4' id='answer-id-148' class='answer answer-4 ' value='148' /><label for='answer-id-148' id='answer-label-148' class=' answer label-4'><span>Helmut Schmidt</span></label><br /><input type='radio' name='answer-4' id='answer-id-149' class='answer answer-4 ' value='149' /><label for='answer-id-149' id='answer-label-149' class=' answer label-4'><span>Walter Scheel</span></label><br /><input type='radio' name='answer-4' id='answer-id-150' class='answer answer-4 ' value='150' /><label for='answer-id-150' id='answer-label-150' class=' answer label-4'><span>Karl Carstens</span></label><br /></div><div class='quizzin-question' id='question-5'><div class='question-content'><blockquote>Das Jahr (...)  ist dazu ausersehen, große Ereignisse in Westdeutschland herbeizuführen. Es wird die Bildung einer deutschen Regierung bringen und den Deutschen weit größere Möglichkeiten geben, an der Regelung der Angelegenheiten ihres Landes teilzunehmen. Das ist gut und gerecht. (...) Mögen diejenigen, denen diese Aufgabe zufällt, nie vergessen, dass die Geschichte sie nicht nach der Macht, die sie ausüben, sondern nach der Ergebenheit, mit der sie dem Wohle ihrer Mitmenschen dienen, beurteilen wird.</blockquote></div><br /><input type='hidden' name='question_id[]' value='5' /><input type='radio' name='answer-5' id='answer-id-154' class='answer answer-5 ' value='154' /><label for='answer-id-154' id='answer-label-154' class=' answer label-5'><span> Lucius D. Clay</span></label><br /><input type='radio' name='answer-5' id='answer-id-155' class='answer answer-5 ' value='155' /><label for='answer-id-155' id='answer-label-155' class=' answer label-5'><span> André François-Poncet</span></label><br /><input type='radio' name='answer-5' id='answer-id-156' class='answer answer-5 ' value='156' /><label for='answer-id-156' id='answer-label-156' class=' answer label-5'><span>Sir Brian Robertson</span></label><br /></div><div class='quizzin-question' id='question-6'><div class='question-content'><blockquote>Wer es mit der Marktwirtschaft ernst nimmt, ist allerdings nicht gut beraten, wenn er immer gleich oder nur nach dem Staat ruft. Es kommt nämlich gerade jetzt darauf an, dass die in der Marktwirtschaft wirkenden Kräfte untereinander und im Verhältnis zur Gesamtheit Verantwortung und Augenmaß praktizieren.</blockquote></div><br /><input type='hidden' name='question_id[]' value='6' /><input type='radio' name='answer-6' id='answer-id-157' class='answer answer-6 ' value='157' /><label for='answer-id-157' id='answer-label-157' class=' answer label-6'><span>Theodor zu Guttenberg</span></label><br /><input type='radio' name='answer-6' id='answer-id-158' class='answer answer-6 ' value='158' /><label for='answer-id-158' id='answer-label-158' class=' answer label-6'><span>Willy Brandt</span></label><br /><input type='radio' name='answer-6' id='answer-id-159' class='answer answer-6 ' value='159' /><label for='answer-id-159' id='answer-label-159' class=' answer label-6'><span>Hans-Dietrich Genscher</span></label><br /></div><div class='quizzin-question' id='question-7'><div class='question-content'><blockquote>Unser wichtigstes Ziel ist der Abbau der Arbeitslosigkeit. Es mag schwierig sein, dieses Ziel zu erreichen, und wir werden nur Schritt für Schritt dahin gelangen. Aber ich weiß: Wenn wir es gemeinsam anpacken, werden wir es schaffen.</blockquote></div><br /><input type='hidden' name='question_id[]' value='7' /><input type='radio' name='answer-7' id='answer-id-163' class='answer answer-7 ' value='163' /><label for='answer-id-163' id='answer-label-163' class=' answer label-7'><span>Angela Merkel</span></label><br /><input type='radio' name='answer-7' id='answer-id-164' class='answer answer-7 ' value='164' /><label for='answer-id-164' id='answer-label-164' class=' answer label-7'><span>Horst Köhler</span></label><br /><input type='radio' name='answer-7' id='answer-id-165' class='answer answer-7 ' value='165' /><label for='answer-id-165' id='answer-label-165' class=' answer label-7'><span>Gerhard Schröder</span></label><br /></div><div class='quizzin-question' id='question-8'><div class='question-content'><blockquote>Die Bürger (...) können sich glücklich schätzen, in einem (...) Staat beheimatet zu sein, der soziale Sicherheit und Geborgenheit gewährleistet, in dem die Arbeit von Ausbeutung befreit ist, die Familie gefördert wird, die Jugend ihren Tatendrang entfalten kann, und die Verdienste der älteren Generation hohe Würdigung erfahren.
</blockquote></div><br /><input type='hidden' name='question_id[]' value='8' /><input type='radio' name='answer-8' id='answer-id-166' class='answer answer-8 ' value='166' /><label for='answer-id-166' id='answer-label-166' class=' answer label-8'><span>Willi Stoph</span></label><br /><input type='radio' name='answer-8' id='answer-id-167' class='answer answer-8 ' value='167' /><label for='answer-id-167' id='answer-label-167' class=' answer label-8'><span>Hermann Göring</span></label><br /><input type='radio' name='answer-8' id='answer-id-168' class='answer answer-8 ' value='168' /><label for='answer-id-168' id='answer-label-168' class=' answer label-8'><span>Erich Honecker</span></label><br /></div><div class='quizzin-question' id='question-9'><div class='question-content'><blockquote>Es war ein stolzes und männliches Jahr. Ein Jahr des Anfangs und den Aufbruchs. (...) Das neue Jahr liegt vor uns, mit neuen Forderungen und neuen Aufgaben. Es wird uns nichts geschenkt - es will erobert werden. Schwere und einschneidende Probleme harren ihrer Lösung.
</blockquote></div><br /><input type='hidden' name='question_id[]' value='9' /><input type='radio' name='answer-9' id='answer-id-169' class='answer answer-9 ' value='169' /><label for='answer-id-169' id='answer-label-169' class=' answer label-9'><span>Wilhelm Frick</span></label><br /><input type='radio' name='answer-9' id='answer-id-170' class='answer answer-9 ' value='170' /><label for='answer-id-170' id='answer-label-170' class=' answer label-9'><span>Joseph Goebbels</span></label><br /><input type='radio' name='answer-9' id='answer-id-171' class='answer answer-9 ' value='171' /><label for='answer-id-171' id='answer-label-171' class=' answer label-9'><span>Kurt von Schleicher</span></label><br /></div><div class='quizzin-question' id='question-10'><div class='question-content'><blockquote>Das Jahr (...) war für unser Volk trotz mancher Schatten wieder ein gutes Jahr, nämlich ein Jahr des Friedens. (...)  Wenn manchem unserer Mitbürger die unvermeidlichen Sicherungsmaßnahmen vor allen in der Hauptstadt Ungelegenheiten bereiteten, so ist das die Schuld der Revanchepolitik und der ausländischen Besatzer. 
</blockquote></div><br /><input type='hidden' name='question_id[]' value='10' /><input type='radio' name='answer-10' id='answer-id-172' class='answer answer-10 ' value='172' /><label for='answer-id-172' id='answer-label-172' class=' answer label-10'><span>Walter Ulbricht</span></label><br /><input type='radio' name='answer-10' id='answer-id-173' class='answer answer-10 ' value='173' /><label for='answer-id-173' id='answer-label-173' class=' answer label-10'><span>Friedrich Ebert jr.</span></label><br /><input type='radio' name='answer-10' id='answer-id-174' class='answer answer-10 ' value='174' /><label for='answer-id-174' id='answer-label-174' class=' answer label-10'><span>Egon Krenz</span></label><br /></div><div class='quizzin-question' id='question-11'><div class='question-content'><blockquote>In diesem Jahr werden die Bundesrepublik und das Grundgesetz 50 Jahre alt. Und wir können heute voller Stolz sagen: Wir haben ein Modell geschaffen, das sich bewährt hat. Wir haben eine lebendige Demokratie geschaffen, die auch deshalb so stabil ist, weil in ihr diejenigen, die den Wohlstand erarbeiten, teil haben am Haben und am Sagen in der Gesellschaft. Diese Werte nehmen wir mit, wenn wir in diesem Jahr Parlament und Regierung von Bonn nach Berlin umziehen.</blockquote></div><br /><input type='hidden' name='question_id[]' value='11' /><input type='radio' name='answer-11' id='answer-id-175' class='answer answer-11 ' value='175' /><label for='answer-id-175' id='answer-label-175' class=' answer label-11'><span>Roman Herzog</span></label><br /><input type='radio' name='answer-11' id='answer-id-176' class='answer answer-11 ' value='176' /><label for='answer-id-176' id='answer-label-176' class=' answer label-11'><span> Johannes Rau</span></label><br /><input type='radio' name='answer-11' id='answer-id-177' class='answer answer-11 ' value='177' /><label for='answer-id-177' id='answer-label-177' class=' answer label-11'><span>Gerhard Schröder</span></label><br /></div><div class='quizzin-question' id='question-12'><div class='question-content'><blockquote>Das Jahr (...) wird uns als eines der glücklichsten in der deutschen Geschichte in Erinnerung bleiben. (...) Wir stehen jetzt vor Herausforderungen, die keinen Aufschub dulden. (...) Alle Deutschen sollen die gleiche Chance erhalten, die Früchte unserer gemeinsamen Freiheit zu genießen.</blockquote></div><br /><input type='hidden' name='question_id[]' value='12' /><input type='radio' name='answer-12' id='answer-id-199' class='answer answer-12 ' value='199' /><label for='answer-id-199' id='answer-label-199' class=' answer label-12'><span>Lothar de Maizière</span></label><br /><input type='radio' name='answer-12' id='answer-id-200' class='answer answer-12 ' value='200' /><label for='answer-id-200' id='answer-label-200' class=' answer label-12'><span> Richard von Weizsäcker</span></label><br /><input type='radio' name='answer-12' id='answer-id-201' class='answer answer-12 ' value='201' /><label for='answer-id-201' id='answer-label-201' class=' answer label-12'><span>Helmut Kohl</span></label><br /></div><div class='quizzin-question' id='question-13'><div class='question-content'><blockquote>Was die wirtschaftliche Entwicklung angeht, so wird (...), nach allem, was man jetzt erkennen kann, kein schlechtes Jahr sein. Allerdings werden wir, wie viele andere Länder, immer noch Mühe haben, von den hohen Raten der Preissteigerung herunterzukommen. Als Regierung dürfen und werden wir dieses Problem nicht auf die leichter Schulter nehmen. </blockquote></div><br /><input type='hidden' name='question_id[]' value='13' /><input type='radio' name='answer-13' id='answer-id-187' class='answer answer-13 ' value='187' /><label for='answer-id-187' id='answer-label-187' class=' answer label-13'><span>Ludwig Erhard</span></label><br /><input type='radio' name='answer-13' id='answer-id-188' class='answer answer-13 ' value='188' /><label for='answer-id-188' id='answer-label-188' class=' answer label-13'><span>Willy Brandt</span></label><br /><input type='radio' name='answer-13' id='answer-id-189' class='answer answer-13 ' value='189' /><label for='answer-id-189' id='answer-label-189' class=' answer label-13'><span>Kurt Georg Kiesinger</span></label><br /></div><div class='quizzin-question' id='question-14'><div class='question-content'><blockquote>In der Presse lasen Sie, der Bundespräsident werde heute eine neue Nationalhymne anordnen. Nein, hieß es dann wieder, das werde er nicht tun. Ich will das gelinde Durcheinander ganz einfach ordnen.
</blockquote></div><br /><input type='hidden' name='question_id[]' value='15' /><input type='radio' name='answer-15' id='answer-id-190' class='answer answer-14 ' value='190' /><label for='answer-id-190' id='answer-label-190' class=' answer label-14'><span>Theodor Heuss</span></label><br /><input type='radio' name='answer-15' id='answer-id-191' class='answer answer-14 ' value='191' /><label for='answer-id-191' id='answer-label-191' class=' answer label-14'><span> Heinrich Lübke</span></label><br /><input type='radio' name='answer-15' id='answer-id-192' class='answer answer-14 ' value='192' /><label for='answer-id-192' id='answer-label-192' class=' answer label-14'><span>Gustav Heinemann</span></label><br /></div><div class='quizzin-question' id='question-15'><div class='question-content'><blockquote>Manches wird gerade im neuen Jahr erst noch schwieriger, bevor es wieder besser werden kann.  </blockquote></div><br /><input type='hidden' name='question_id[]' value='16' /><input type='radio' name='answer-16' id='answer-id-196' class='answer answer-15 ' value='196' /><label for='answer-id-196' id='answer-label-196' class=' answer label-15'><span>Rainer Brüderle</span></label><br /><input type='radio' name='answer-16' id='answer-id-197' class='answer answer-15 ' value='197' /><label for='answer-id-197' id='answer-label-197' class=' answer label-15'><span>Norbert Lammert</span></label><br /><input type='radio' name='answer-16' id='answer-id-198' class='answer answer-15 ' value='198' /><label for='answer-id-198' id='answer-label-198' class=' answer label-15'><span>Angela Merkel</span></label><br /></div><br />
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</div>


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		<title>Kopfzerbrechen in Weimar</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Dec 2009 16:44:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor längerer Zeit berichtete ich an dieser Stelle über den Schädel Friedrich Schillers &#8211; ein begehrtes Relikt, so begehrt, dass sich seit nunmehr gut 180 Jahren immer wieder Menschen bereit finden, zwischen vermoderten Knochen zu wühlen, um den großen deutschen Dichter zu identifizieren. Zwei Schädel konkurrieren seither um das Privileg, einstmals Schillers Hirn beherbergt zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.dailymo.de/wp-content/images/schiller_th.jpg" rel="lightbox"><img src="http://www.dailymo.de/wp-content/images/schiller_th-150x150.jpg" alt="schiller_th" title="schiller_th" width="100" height="100" class="alignleft size-thumbnail wp-image-1640" /></a>Vor längerer Zeit berichtete ich <a href="http://www.dailymo.de/2005/09/27/schiller-dreht-sich-im-grabe-herum/">an dieser Stelle</a> über den Schädel Friedrich Schillers &#8211; ein begehrtes Relikt, so begehrt, dass sich seit nunmehr gut 180 Jahren immer wieder Menschen bereit finden, zwischen vermoderten Knochen zu wühlen, um den großen deutschen Dichter zu identifizieren. Zwei Schädel konkurrieren seither um das Privileg, einstmals Schillers Hirn beherbergt zu haben. </p>
<p>Inzwischen ist das Rätsel gelöst. Aber: An seine Stelle trat ein neues Geheimnis. Es steht zu vermuten, dass wir es mit einem postmortalen Verbrechen zu tun haben. Und ich habe einen fürchterlichen Verdacht, der, wenn er zutrifft, die Welt der Weimarer Klassik nachhaltig verstören wird &#8230;</p>
<p>Doch von Anfang an:  Schiller, der im Jahr 1805 mit 45 Jahren in Weimar starb, war bei Nacht in einer Gemeinschaftsgruft bestattet worden. Bei mehreren Suchaktionen im 19. und 20. Jahrhundert fanden sich unter den rund 60 in Frage kommenden Toten, die das Kassengewölbe mit Schiller teilten, neben einem einigermaßen passenden Körperskelett zwei Totenköpfe, von denen ihre Finder steif und fest behaupteten, &#8220;ihrer&#8221; sei der Schillersche. Sicherheitshalber wurden beide Schädel &#8211; nach einigen Umwegen &#8211; in der Fürstengruft auf dem Historischen Friedhof zu Weimar neben den sterblichen Überresten Goethes aufbewahrt.</p>
<p>Zum 250. Geburtstag Friedrich Schillers im Jahr 2009 sollte das Rätsel nun endlich gelöst werden &#8211; schließlich hat man heute andere Möglichkeiten als weiland die Schädelforscher des 19. Jahrhunderts. Die Klassik Stiftung Weimar und der MDR (der das populäre Projekt filmisch dokumentierte) ließen also beide Schädel und das Skelett von Anthropologen und Molekularbiologen untersuchen. Das Ergebnis überraschte.<br />
<span id="more-1615"></span><br />
Der kleinere der beiden Schädel schied schnell aus: Die Wissenschaftler waren sich einig, dass er zu einer Frau gehörte, und mittels DNA-Analysen ließ sich feststellen, dass es sich um Luise von Göchhausen handelte, eine Hofdame der Herzogin Anna Amalia. Ernüchterung auch bei der Untersuchung des Skeletts: Nach Auffassung der Forscher stammten die zusammengesetzten Knochen von mehreren, vermutlich drei oder vier Individuen. Vor allem: Sie passten nicht zum Schädel.</p>
<p>Nun richtete sich alle Blicke auf den einzig verbliebenen, vermeintlichen Rest Schillers. Die Anthropologen erstellten Computertomografien von Schädel und Totenmaske Schillers, erstellten daraus 3D-Modelle und kamen nach einem virtuellen Vergleich zu dem Schluss: Perfekte Übereinstimmung. &#8220;Für mich ist das der Schädel von Friedrich Schiller&#8221;, so die beteiligte Anthropologin Ursula Wittwer-Backofen. </p>
<p><a href="http://www.dailymo.de/wp-content/images/schiller.jpg" title="Virtueller Vergleich der Computertomografien von Schädel und Totenmaske" rel="lightbox"><img src="http://www.dailymo.de/wp-content/images/schiller-300x100.jpg" alt="schiller" title="schiller" width="300" height="100" class="aligncenter size-medium wp-image-1635" /></a><br />
In Weimar hielt man an die Luft an. Rechtzeitig vor dem Schillerjahr war man dem Nachweis, im Besitz des echten Dichter-Schädels zu sein, so nah wie nie zuvor. Was noch fehlte, war die DNA-Analyse, der endgültige Beweis. Da es keine direkten lebenden Nachfahren gibt, musste erneut die Totenruhe gestört werden. Zuerst wurde Schillers Schwester Christophine exhumiert, DNA-Proben entnommen und mit jenen des Totenkopfes verglichen. Keine Übereinstimmung. &#8220;Beinahe ein Schock&#8221;, heißt es in der <a href="http://www.klassik-stiftung.de/veranstaltungen/veranstaltungen-ausstellungen/ausstellungen.html?tx_konocal_pi1[sid]=1350&#038;tx_konocal_pi1[did]=0&#038;tx_konocal_pi1[y]=&#038;tx_konocal_pi1[m]=12&#038;cHash=7b82e11abe">Ausstellung &#8220;Schillers Schädel&#8221;</a>, die noch bis Ende Januar in Weimar zu sehen ist.</p>
<p>Aber: Es könnte ja sein, dass Friedrich und Christophine keine leiblichen Geschwister waren. Gerüchte darum, dass es sich bei Friedrich Schiller in Wahrheit um einen illegitimen Sohn Carl Eugens von Württemberg handelte, gab es schon lange. Ein Vergleich von DNA-Proben machte dieser Spekulation zwar ein Ende. Doch es blieb die Möglichkeit, dass Friedrich Schiller ein Adoptivkind war.</p>
<p>Also mussten Schillers Söhne herhalten. Auf den Friedhöfen von Bonn und Stuttgart wurden Ernst und Carl Schiller exhumiert. Das Ergebnis der DNA-Analysen: Beide Söhne haben dieselbe Mutter &#8211; Schillers Frau Charlotte. Und beide stammen von demselben Vater. Was nicht von diesem Vater stammt, ist der untersuchte Schädel: Keine Übereinstimmung zwischen der DNA der Söhne und der DNA des Totenkopfs.</p>
<p>Wieder ein Aber: Es könnte ja sein, dass Schiller weder der leibliche Bruder seiner Schwester noch der leibliche Vater seiner Kinder war. Und dass sein Schädel deshalb nicht &#8220;passt&#8221;. Auch dieser letzten theoretischen Möglichkeit gingen die Forscher nach, indem sie die DNA von Schillers Schwester mit jener von Schillers Söhnen verglichen. Ergebnis: Verwandte ersten Grades. Damit stand endgültig fest: Der Totenkopf, den Schädelforscher schon seit 1826 und Anthropologen bis in die heutige Zeit für Schillers Schädel halten, gehörte einem anderen.</p>
<p>In der Fürstengruft zu Weimar steht man nun vor einem leeren Sarg. Gehen wir einfach mal davon aus, dass die Menschen, deren Knochen hier jahrhundertelang verehrt wurden, diese Verehrung auf irgendeine Weise verdient haben.</p>
<p>Eines aber lässt den Forschern keine Ruhe. Wie kann es sein, dass unter einer überschaubar kleinen Anzahl von 63 Totenköpfen einer ist, der dem echen Schillerschen so verblüffend ähnelt, dass selbst Anthropologen von heute zu dem Schluss kommen: &#8220;Für mich ist das der Schädel von Friedrich Schiller&#8221;? Es scheint darauf nur eine Antwort zu geben: Schillers Totenkopf wurde gezielt gegen einen &#8220;Zwillings&#8221;-Schädel ausgetauscht. Wenn das, wie Forscher meinen, irgendwann zwischen 1805 und 1826 passiert ist, dann wären wohl unbekannte Grabräuber am Werk gewesen &#8211; die allerdings hätten fundierte anatomische Kenntnisse im Allgemeinen und über Schillers Kopf im Besonderen haben müssen. </p>
<p>Es könnte aber auch anders gewesen sein: Was, wenn der erste Fund doch echt war? Wenn der Schillersche Schädel bei der ersten Suche 1826 wirklich geborgen wurde? Der Totenkopf ging damals durch viele Hände und wurde schließlich am 17. September 1826 in einem feierlichen Akt in der Großherzoglichen Bibliothek (heute: Anna Amalia Biblothek) im Holzsockel einer Marmorbüste Schillers verschlossen. Den Schlüssel bekam der damalige Bibliotheksleiter. Dieser Herr war mehr als ein Bewunderer Schillers, er war ein enger Freund, der Schiller leidenschaftlich betrauerte. Und er war ein Schriftsteller, der Schiller unendlich dankbar war, denn seine Schreibblockade hat sich nach eigenem Bekunden erst durch die Bekanntschaft mit dem jüngeren Friedrich, dem Bruder im Geiste, gelöst. Er hieß Johann Wolfgang Goethe.</p>
<p>Goethes Tagebuch vermerkt, dass er am 18. September 1826 in die Bibliothek ging, um &#8220;die gestrigen Gaben zu betrachten&#8221;. Nachgewiesen ist auch, dass Goethe den Schädel an sich nahm und eine Zeitlang in seinem Haus am Frauenplan aufbewahrte, wo er ihn unter dem Siegel der Verschwiegenheit Wilhelm von Humboldt zeigte. Und bekannt ist, dass sich wenige Tage nach dem 17. September 1826 in Goethes Haus einige Anatomen einfanden. Wurde der Schädel bei dieser Gelegenheit ausgetauscht?</p>
<p>Miss Marple und Hercule Poirot würden mir wohl zustimmen: Goethe hatte ein Motiv und die Gelegenheit. Wer weiß: Vielleicht befindet sich Schillers echter Schädel schon seit fast 180 Jahren ganz in der Nähe &#8211; im Nachbarsarg, in dem Goethe ruht?</p>
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