Frankfurt-Wahl: Ergebnisse in Grafiken und Karten

Neulich vertrat ein Gast in unserer Redaktionskonferenz die These, das Wahlsystem mit der Möglichkeit des Kumulierens und Panaschierens würde den Parteien links der Mitte eher schaden. Begründung: Deren Wähler seien eher zu teilen bereit und dazu, ihre Stimmen auch über Parteigrenzen hinweg zu vergeben, was die eigentlich favorisierte Partei eher schwächt.

Nun: Das Ergebnis der Kommunalwahl liegt vor, und weil die Stimmen in Frankfurt in zwei Schritten ausgezählt wurden – erst die Stimmzettel mit den Listenkreuzen, dann jene mit kumulierten bzw. panaschierten Stimmen – gab es ein Zwischenergebnis, das sich mit dem vorläufigen Endergebnis vergleichen lässt. Weiterlesen →

CartoDB: Mehr Speicherplatz, unlimitierte Karten

CartoDB, ein Dienst für die Darstellung von Daten auf Karten, hat in den letzten Monaten eifrig an seinen Nutzungsbedingungen für Kostenlos-Accounts geschraubt, um attraktiver für Gelegenheitsuser zu werden. Schon vor längerer Zeit wurde das doch sehr lästige Limit von maximal fünf erstellbaren Karten aufgehoben, inzwischen ist die Anzahl unbegrenzt. Nun gibt es mit 250 MB für auch mehr Speicherplatz für lau.

Erstellt mit Carto-DB: Durchschnittsmieten in Frankfurter Stadtteilen im Jahr 2014.

Der Support von CartoDB kümmert sich, wie ich neulich erfahren durfte, auch um nichtzahlende Nutzer schnell und umfassend. Dort half man mir auf die Sprünge, als ich wissen wollte, wie ich Karten duplizieren und die zugrundeliegenden Daten editieren kann, ohne die Ursprungskarte zu verändern. Anwendungsbeispiel: Ich möchte Daten aus einem weiter zurückliegenden Jahr aktualisieren, aber die ältere Karte ebenfalls behalten. Die Lösung: Man dupliziert nicht die Karte selbst, sondern das Datenset, so bleibt die erste Karte samt älteren Daten unberührt.

CartoDB: Auswahloption zwischen Datensätzen und Karten.

CartoDB: Auswahloption zwischen Datensätzen und Karten.

Dass CartoDB auch bei den Map Views, wie vor einem Jahr versprochen, keine Einschränkungen mehr macht, hat sich bei dieser Karte als Segen erwiesen. Wir haben sie auf FR-Online unter jeden Artikel zum Thema Flüchtlinge eingebunden, so dass sie innerhalb kurzer Zeit mehr als eine Million Zugriffe hatte.

Fluchtbewegungen weltweit, Datenquelle: UNHCR, Stand: 2014. Über „Layers“ lässt sich zwischen Herkunfts- und Zielländern umschalten.

Die weltweit erste Droste-App ist da!

App-Icon für den Home-Bildschirm

Das Multimedia-eBook über Annette von Droste-Hülshoff hat eine kleine Schwester bekommen: Meine Smartphone-App für alle Freundinnen und Freunde der Dichterin führt zu ausgewählten Droste-Orten in Westfalen. Mit „Droste to go“ habe ich mir selbst ein Geschenk gemacht. In Kürze werde ich wieder einmal nach Münster aufbrechen – und dafür wollte ich die gesammelten Infos, Bilder und Routen unterwegs schnell griffbereit haben. Da dachte ich mir: Statt das ganze Zeugs nur in irgendeine Cloud zu legen, könnte ich doch gleich eine App daraus machen.  Dann haben wir alle was davon. :)

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Alberto Cairo: Visualisierung

Im fünften und letzten Modul des Kurses Doing Journalism with Data geht es um den Bereich des Datenjournalismus, der mir am meisten Spaß macht: Visualisierung. Karten, Diagramme, interaktive Grafiken: Wie man ein Thema visuell verständlich und mit Erkenntnisgewinn auf den Punkt bringt, das ist das Leib- und Magen-Thema von Alberto Cairo (Twitter, Blog). Im Online-Kurs stellt er weniger die Tools als vielmehr die Grundprinzipien der Infografik in den Mittelpunkt, wie er sie auch seinen Studenten an der Universität von Miami nahebringt.

Charles Joseph Minards Darstellung des Russland-Feldzugs der Franzosen 1812-1813, veröffentlicht 1869.  Quelle: Wikimedia Commons

Charles Joseph Minards Darstellung des Russland-Feldzugs der Franzosen 1812-1813, veröffentlicht 1869. Quelle: Wikimedia Commons

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Nicolas Kayser-Bril: Messy data – Daten säubern mit OpenRefine

Unterschiedliche Schreibweisen, Abkürzungen oder Zahlenformate, Doubletten, Rechtschreibfehler, überflüssige Leerzeichen, fröhliches Hin und Her zwischen Singular und Plural: „Messy data“ ist das täglich Brot des Datenjournalismus. Besonders beim Zusammenführen von Datensätzen aus mehreren Quellen ist das Ergebnis mitunter ein ziemliches Durcheinander. Das weiß der französische Journalist und Programmierer Nicolas Kayser-Bril (Web, Twitter) aus eigener Anschauung, er ist Mitgründer und CEO der Daten-Agentur Journalism++. Im vierten Modul des Online-Kurses „Doing Journalism with Data“ schickt er professionelle Reinigungskräfte aufs Feld. Das stärkste Mittel gegen Datenmüll: OpenRefine (ehemals Google Refine).

OpenRefine hilft, Datenchaos zu bereinigen

OpenRefine hilft, Datenchaos zu bereinigen

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Steve Doig: Newsroom-Mathematik mit Excel & Co

Angst vor Mathe? Steve Doig (Twitter) ist genau der Richtige, um sie zu zerstreuen. Wenn der Journalismus-Professor von der Arizona State University und Pulitzer-Preisträger in seiner väterlich-ruhigen Art den Unterschied zwischen Durchschnitt und Median erklärt, verstehe sogar ich das.

Wenn Journalisten sich vor Mathematik fürchten, ist das nicht ganz unbegründet. Nur ein Fehler, eine einzige falsche Berechnung kann erheblich an der Glaubwürdigkeit kratzen. Die gute Nachricht: Es braucht eigentlich nur die Grundrechenarten, um über die Runden zu kommen. Das müsste doch selbst für uns Journalisten zu bewältigen sein … Weiterlesen →

Paul Bradshaw: Scraping-Techniken

Daten finden ist das Thema des zweiten Moduls im Online-Kurs „Doing Journalism with Data“, über den ich hier in einer kleinen Serie berichte. Experte ist Paul Bradshaw (Twitter), der an der Birmingham City University Online-Journalismus lehrt und das Online Journalism Blog betreibt. Er zeigt mir, wie man Daten automatisiert auslesen kann, nennt mir eine Alternative für den Fall, dass eine Website keinen RSS-Feed oder eigenen Mail-Alert anbietet, und erinnert mich an Möglichkeiten, die ich im Arbeitsalltag oft vergesse. Weiterlesen →

Simon Rogers: Datenjournalismus-Grundlagen

„Don’t focus on tools, focus on storys“: Paul Bradshaw, britischer Online-Journalist und Blogger, hat mit dieser freundlichen Mahnung mich gemeint. Ganz bestimmt. Denn ich neige dazu, in meiner Begeisterung für neue Werkzeuge schnell mal die eigentliche Geschichte aus den Augen zu verlieren. Die aber steht auch im Datenjournalismus im Vordergrund und am Anfang eines Projekts. Nett von Paul Bradshaw, mich am Ohr zu ziehen und daran zu erinnern.

 Die Krankenschwester Florence Nightingale stellt im 19. Jahrhundert die Todesursachen während des Krimkrieges  als Diagramm dar. Nightingale-mortality  von w:Florence Nightingale (1820–1910). - http://www.royal.gov.uk/output/Page3943.asp. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons.


Die Krankenschwester Florence Nightingale zeigt im 19. Jahrhundert, dass im Krimkrieg die meisten Soldaten an Infektionskrankheiten sterben und nicht an Kriegsverletzungen.
Bild: http://www.royal.gov.uk, lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons.

Er ist einer von fünf renommierten Datenjournalisten, bei denen ich in den vergangen Wochen den Online-Intensivkurs „Doing Journalism with Data: First Steps, Skills and Tools“  des European Journalism Centre absolvieren durfte, zusammen mit vielen tausend anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der ganzen Welt. Es war ein MOOC, ein Massive Open Online Course, kostenlos und offen für alle, mit insgesamt 20 Video-Vorträgen in fünf Modulen, jeweils ergänzt durch Zwischentests und sehr rege geführte Forumsdiskussionen, aus denen ebenso viel zu lernen war wie aus den Vorträgen selbst. Der erfolgreiche Abschlusstest wird mit einem Zertifikat belohnt, und ich bin glücklich, meinen letzte Woche bestanden zu haben.

Was ich gelernt habe, will ich hier in einer fünfteiligen Serie aufschreiben. In diesem ersten Teil geht es um die Grundlagen. Weiterlesen →