Mein Grimme

Grimme Online Award 2007 – Zusammenfassung (1 MB)


Laudatio (3,45 MB)

Vorstellung (2,6 MB)

Dankeschön (4,3 MB)
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Wär ich Mäuschen in Marl …

… ich würde heute aus sicherer Entfernung dem Donnerwetter lauschen, das der vorzeitigen Bekanntgabe der Gewinner des Grimme Online Award folgen muss. Ehrlich gesagt: Die Freude darüber, für dieses Projekt ausgezeichnet zu werden, lässt sich inzwischen nur noch mühsam aufrechterhalten.

… dann scheint mir’s besser, die Beine auf dem Sofa zu strecken, und mit halbgeschlossenen Augen von Ewigkeiten zu träumen … und unsre blasierte Zeit und ihre Zustände gänzlich mit dem Rücken anzusehn.
Annette von Droste-Hülshoff

Update:
Lesen Sie schon heute die Pressemitteilung von morgen.

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Danke!

Danke!

Endlich – die Sperrfrist ist abgelaufen! Selten ist es mir so schwer gefallen, den Mund zu halten. Bis heute Mittag durfte ich nicht ausplaudern, dass
Nach 100 Jahren für den Grimme Online Award 2007 nominiert wurde.

Gerade ein halbes Jahr ist mein literarisches Web-Projekt alt – heute darf ich es in der Landesanstalt für Medien in Düsseldorf vorstellen, wo das Grimme-Institut in diesen Minuten die Nominierungen offiziell bekannt gibt. Nach 100 Jahren ist in den vergangenen Monaten fast täglich gewachsen: Rund 130 Auszüge aus Briefen der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff sind mittlerweile online, sortiert nach Adressat, Ort und Jahr, verschlagwortet und versehen mit mehr als 50 authentischen Kommentaren von Droste-Zeitgenossen sowie erläuternden Anmerkungen. Dazu gibt es Zusatzinformationen, etwa biografische Angaben zu den wichtigsten Protagonisten, ein Video über die Wohnorte der Dichterin, ein Rückblick auf den Briefverkehr zur Droste-Zeit und eine Karte mit Aufenthaltsorten.

Danke – für das Teilen einer Idee, den Ansporn, sie umzusetzen, für Unterstützung, Mitarbeit und Mit-Begeisterung, für Erwähnung und Verlinkung, für den Vorschlag beim Grimme-Institut (ich weiß inzwischen, wem ich das zu verdanken habe) – und für die Nominierung.

Wie ich mich fühle? Ausgezeichnet!

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Am Rande des Universums

Am Rande des Universums

Konrad Zuse Friede, Freude und Buletten auf der re-publica? Ja. Zuwenig Streit? Stimmt. Abgesehen von den üblichen Sticheleien (vorzugsweise gegen Nicht-Anwesende) habe auch ich in meiner Konferenz-Ecke keine wirklich kontroversen Debatten erlebt. Ungefähr sechshundertachtzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die erste Reihe allzu oft unter sich schwadronieren lassen – aber wer kann sich schon darüber beschweren, ohne mit eigenen Nase zu kollidieren?

Alle siebenhundert werden nichtsdestotrotz in einen Topf geworfen, weil sie all die Millionen da draußen in einen Topf werfen. That’s Blogosphere. Ein jeder hält das Sonnensystem, in dem er kreist, für das ganze Universum.

Spätestens seit Freitagabend steht zumindest eines fest: Blogger können ebensolche Arschlöcher sein wie alle anderen. Wer hätte das gedacht?

Meine persönliche Second of Fame ist übrigens die neunte. . Update: Das Video wurde entfernt. Tja, jeder Ruhm ist flüchtig.

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re-publica: Anonymität und Datenschutz

re-publica: Anonymität und Datenschutz

Jeder Internetsurfer hinterlässt Spuren – eine Binsenweisheit, zumal unter routinierten Nutzern, wie sie sich auf der re-publica tummelten. Und doch standen einigen von ihnen zunehmend die Haare zu Berge, als “Fukami” in einem vollgestopften Raum (wie in besten Uni-Zeiten) erläuterte, wer alles was über nahezu jeden von uns weiß – oder zumindest wissen könnte.

Innenministerium Berlin Datenschutz war ein wichtiges Thema auf der re-publica. Sogar meine Unterkunft habe ich passend gewählt: Ich nächtigte in Berlin unmittelbar neben dem Innenministerium. Hinter diesen Fenstern bereiten Schäubles Mitarbeiter eine Grundgesetz-Änderung vor, um sich künftig legal Online-Zugriff auf Computer verschaffen zu können.

Bereits weiter fortgeschritten ist der Gesetzentwurf zur Vorratsdatenspeicherung, den Justizministerin Zypries kommenden Mittwoch (18.4.) ins Bundeskabinett einbringt. Geplant ist, dass sämtliche unserer Verbindungsdaten sechs Monate lange gespeichert werden. Polizei, Staatsanwaltschaft und ausländische Staaten können dann nachverfolgen, mit wem ich wann im letzten halben Jahr telefoniert und wem ich wann eine E-Mail gesendet habe. Telefoniere ich mobil, wird auch mein jeweiliger Aufenthaltsort festgehalten.

Die Vorratsdatenspeicherung ist nur eine von diversen staatlichen Datensammlungen. Die e-Gesundheitskarte speichert meine komplette Krankenheitsgeschichte, in der Anti-Terror-Datei fügen Polizei und Geheimdienst ihre Informationen über mich zusammen, der RFID-Chip im Reisepass wird mich “scannbar” machen.

re-publica 2007Die meisten von uns geben ihre Daten aber freiwillig heraus. Manchmal willentlich (hier ein kostenloser Account, dort eine Registrierung, Fotos vom Aufenthaltsort in Echtzeit auf flickr, Tracking bei Plazes und vieles mehr), vie öfter aber auch, ohne es zu wissen. Beim Surfen ziehe ich einen immer länger werdenden Click-Stream hinter mir her, der nicht nur die IP-Adresse, sondern auch jede aufgerufene URL protokolliert. Der Service-Provider speichert diese Daten und – davon jedenfalls ist “Fukami” überzeugt, auch wenn es kein ISP zugeben würde – verkauft sie weiter. Der Click-Stream sei “bares Geld”, er erlaube ein regelrechtes Profiling. Zwar würde er bei einem Handel von meiner IP-Adresse losgelöst, doch eine ausreichende Datenmenge, etwa Logfiles über mehrere Wochen, würden genügen, um durch mein Verhalten, die von mir besuchten Seiten und die Informationen darüber, wann ich mit wem kommuniziert habe, auf mich rückschließen zu können.

Was tun, um Daten im Netz zu schützen? Die sicherste Lösung: Offline bleiben. Für alle anderen Möglichkeiten gelte: Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Aber man kann den Schutz immerhin verbessern. Zwei Möglichkeiten stellte “Fukami” näher vor: TOR und VPN-Tunnel.

Die Software TOR (The Onion Router) kann den Datentransport schützen, indem sie die Transportwege verschleiert. Ist die Software auf meinem Rechner installiert, bekomme ich eine verschlüsselte Verbindung zu den Servern im TOR-Netzwerk. Für den Weg zur besuchten Website werden meine Daten verzwiebelt (in mehreren Schichten) und in zufälliger Folge von einem unabhängigen Server im Netzwerk zum nächsten weitergereicht. Jedes dieser Etappenziele “weiß” lediglich, woher mein Datenpaket kommt und wohin es geht; der gesamte Pfad zum Ziel bleibt verborgen. Ein TOR-Netzwerk fungiert also als Proxy zwischen meinem Rechner und meinen Zielen im Netz. Nachteil: TOR bremst die Verbindungsgeschwindigkeit. Eine weitere Möglichkeit ist das Tunneln meiner Daten durch ein VPN (Virtual Private Network). Dabei sieht der Server nicht mehr meine, sondern eine öffentliche IP-Adresse.

Weiterführende Internetadressen:
TOR
www.anon-web.de
http://anon.inf.tu-dresden.de
www.anon.gildemax.de

Anonymes Hosting: TOR Hidden Service, e2p/eepsite
Anonymes Mailen: Webmailer mit TOR, Hushmail
Reveice only: Dodgeit, Tempinbox, Mailinator

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re-publica, Tag 3: Demokratisierung und Gedöns

So. Konferenz vorbei (für mich bereits am Freitagmittag, es folgte eine laaaaange Bahnfahrt ohne Internet, sehr erholsam), alle relevanten Passwörter sind geändert, der Hintern erholt sich langsam von den unbequemen Stühlen und ich bleibe vorläufig noch eine Zusammenfassung über eine Veranstaltung zum Thema Datenschutz schuldig und, hm, mal sehen, ein Fazit oder sowas. Übermorgen oder irgendwann.

Ein Gedanke schlüpfte mit durch die Tür, als ich am Berliner Hauptbahnhof in den ICE kletterte, oder vielmehr eine Frage, die irgendjemand gleich am ersten Tag in die Runde geworfen hatte:
Wenn es so ist, dass eine Handvoll A-Blogger das Bild von der Blogosphäre nach innen wie nach außen prägen, während der überwältigenden Mehrheit von wenig besuchten und unbedarft schreibenden Feld-, Wald- und Wiesen-Bloggern so gut wie keine Relevanz beigemessen wird – was bleibt dann eigentlich von all dem Freiheits- und Demokratisierungspathos, mit dem wir unser Tun (gerade auch auf solchen Konferenzen) so gerne umschreiben?

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