Die Wulff-Story
Für FR und Berliner Zeitung habe ich das ganze Bundespräsidenten-Drama mit Hilfe des Kuratierungswerkzeugs Storify nacherzählt: Nach dem Klick.
MehrReisefieber
Um eine Reise vorzubereiten, ist Google Maps ja ein recht brauchbares Werkzeug. Man kann Sehenswürdigkeiten und Adressen rasch finden und in eine eigene Karte eintragen, via Streetview schon mal einen Blick auf die Gegend werfen und Routen bequem planen. So weit, so gut – so lange man online ist.
Angst essen Seele auf
Der junge Mann da neben mir ist Robert Basic. Wir waren kürzlich zusammen im Frankfurter Museum für Kommunikation zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Der zunächst irritierende Titel: “Das neue Netz”. Neu?
Es ging um Web 2.0 in vielen Erscheinungsformen, und für einen Teil des Publikums mag die eine oder andere Anwendung durchaus neu gewesen sein. Letztlich muss man aber auch nicht zwingend selbst twittern, flickern oder einen Avatar haben, um darüber nachzudenken, “wie das Internet die Gesellschaft verändert” – so der Untertitel der Veranstaltung.
Die Diskussion drehte sich dann doch mehr darum, wie das Netz die Medien verändert – und hier vor allem mit Blick auf Gefahren, weniger auf Chancen. Chancen, die darin liegen, dass Medienkonzerne ihre Machtposition einbüßen, nicht mehr über Veröffentlichung oder Nicht-Veröffentlichung von Themen entscheiden, nicht mehr in dem Maße gebraucht werden wie vor zehn, fünfzehn Jahren – und dass unsere Arbeit mehr denn je unter öffentlicher Kritik steht (eine bittere Wahrheit, die manche Print-Journalisten immer noch nicht realisiert haben). Klar ist das alles bedrohlich – für Verlage. Die haben noch kaum die Medienkrise vom Anfang des Jahrhunderts verdaut, da krebsen sie erneut vor sich hin, streichen Budgets und Personal zusammen, dampfen Redaktionen ein und suchen ebenso verzweifelt wie vergeblich nach einem Geschäftsmodell fürs Netz. Vielen fällt dabei nicht mehr ein als – noch ‘ne Komjuhnitiii.
Und wenn wir ehrlich sind: Hätten Renate Ehlers, Leiterin der Intendanz beim Hessischen Rundfunk, oder ich an diesem Abend ein tragfähiges Konzept für die Zukunft der klassischen Medien in der Tasche gehabt, wir wären inzwischen wohl mit goldenen Nasen ausgestattet. Inmitten dieser Ratlosigkeit haben Öffentliche-rechtliche ja immerhin noch den Vorteil, mit dem Finger auf die Politik zeigen zu können (“Rundfunkstaatsvertrag!”), während Printmedien so schnell keinen anderen Schuldigen finden außer sich selbst oder – in letzter Zeit seltener – das böse Web. (Bascha Mika, Chefredakteurin der taz, die ich auf der Buchmesse eben dieses Klagelied über die Kostenloskultur im Internet und die furchtbaren Folgen für Qualitätsmedien anstimmen hörte, dürfte inzwischen die Ausnahme sein.)
Aber wenn man schon nicht weiß, wie es weitergeht, könnte es ja mal mit einem Ausschlussverfahren versuchen und formulieren, wie es auf keinen Fall weitergeht. Nämlich so: Noch weniger Geld in Journalismus investieren. Noch weniger Fachleute beschäftigen. Noch billiger Inhalte produzieren. Noch mehr bei Wikipedia abschreiben, ohne sich um die Spielregeln zu scheren (Matthias Schindler, der ebenfalls auf dem Podium saß, kann davon ein Lied singen). Leider scheint aber genau das der Weg zu sein, für den sich viele Medienkonzerne gerade entscheiden; eine Entwicklung, vor der an diesem kalten Winterabend in Frankfurt auch Verena Kuni, Kunst- und Medienwissenschaftlerin an der Goethe-Universität, dringend warnte.
Die wichtigste Frage aber erörterten Robert Basic und ich am Rande und ganz unter uns – nachdem er gehört hatte, dass ich auch 2009 Mitglied der Jury für den Grimme Online Award sein werde. Das Ergebnis dieser Verhandlungen darf dann im Frühsommer 2009 durchs Blog-Dorf getrieben werden.

Robert Basic, ich, Renate Ehlers
Tag Cloud
Jahrelang haben Verlage das Internet verschlafen, inzwischen verkünden sie ja landauf landab, dass hier die Zukunft liegt und sie deshalb hier ganz doll investieren werden. Wenn man sich aber anschaut, wohin das viele Geld gepumpt wird und welcher Bereich von dem ganzen Segen nichts oder kaum etwas abbekommt, dann scheint so manche “Online-Offensive” vor allem eins: eine Schlagwort-Wolke mit wenig dahinter.
Millionen gehen in Technik, Entwicklerteams, in die Programierung von Plattformen, die (billige) Nutzerinhalte möglichst automatisiert aufbereiten. Gespart wird (weiterhin) an der Ecke, die es dringend nötig hätte: Journalistische Kompetenz scheint keine relevante Größe. So, wie in vielen Print-Redaktionen im Laufe der letzten Jahre immer mehr Korrespondentenstellen abgebaut, mehrtägige oder gar mehrwöchige Recherche nicht mehr bezahlt und immer mehr Eigenleistung durch Agenturtexte ersetzt wurden, so gilt für viele Webauftritte: Die Inhalte müssen nicht hochwertig sein. Hauptsache, sie lassen sich gut vertaggen.
MehrGrimme again
Hach. Ein letztes Mal noch. Dann wird nach vorn geschaut! :)
Beitrag in der ZDF-Mediathek
Zwei Programmhinweise
…in Sachen Grimme Online Award
für heute, Sonntag, 24. Juni:
- 16.30 Uhr, 3sat, “neues”.
17 – 18 Uhr, Kulturradio des RBB: Zeitpunkte
Huch. So schnell wird man “Qualitätsmarktführer im Programmzeitschriftensegment”. Wahnsinn.
Mehr



Zuletzt kommentiert