Sie leben länger, als Sie denken
Nicht unbeeindruckt von der politischen Halbwertzeit des BfA-Bescheids nahm ich unlängst Kontakt mit mehreren Versicherungsunternehmen auf, um mich über die Möglichkeiten einer zusätzlichen Altersvorsorge aufklären zu lassen.
Einer der Versicherungsverkäufer, mit denen ich dabei zu tun hatte, malt mir (und vermutlich allen anderen, deren Mailadresse er habhaft werden kann – ob sie nun Kunden bei ihm geworden sind oder nicht, scheint keine Rolle zu spielen) seither regelmäßig in düstersten Farben die bedauernswerten Lebensumstände aus, die mich erwarten, wenn ich nicht sofort (!!!) etwas unternehme.
Heute hing seiner Hiobsmail ein in einer schnörkigen Schriftart formatiertes, merkwürdiges Postscriptum an:
PS: Stellen Sie sich einmal vor, Sie könnten in der Zeit zurückreisen, in das Jahr 1912 und würden die Titanic beim Auslaufen beobachten. Was würden Sie den Passagieren sagen?
Schon klar: Dem Mann ist bei der Suche nach Assoziationen zu Altersvorsorge offenkundig irgendwann der Begriff Rettungsboot eingefallen. Eine fast perfekte Strategie, um Rentenversicherungen zu verkaufen – würde er seine potenzielle Kundschaft nicht im gleichen Atemzug daran erinnern, dass jeder auch vorzeitig den Löffel abgeben kann, wenn es das Schicksal so will.
Aber der Betreff seiner Mail (siehe oben) reißt natürlich alles wieder raus.
MehrFreud mal wieder
Die Firma Palm spart entweder am Korrekturlesen ihrer PR-Texte – oder hat einen subtilen Sinn für Selbstironie:
Nutzen Sie über Infratot eine vollständige und zugleich kompakte Tastatur … Und gleich darunter: … was aufhören lässt, ist die Bluetooth-Technologie.
MehrLeichte Beute
Neuerdings lauern in den Computerabteilungen Verkäufer auf Kundschaft! Natürlich meine ich nicht die blau- oder gelb-behemdeten Mitarbeiter der Elektronikkaufhäuser, nach denen man sich die Augen wund schaut. Ich meine solche Vertretertypen mit Föhnwelle und Sakko, die erstmal inkognito beobachten, für welche Produkte man sich interessiert, und genau in dem Moment zuschlagen, wenn man sich anschickt, ein Stück verpackter Ware aus dem Regal zu nehmen.
MehrNicht bedürftig
Scheiß was aufs Geld, sagt sie und wirft die Klotür der Büro-Toilette zu, hinter der seit geschlagenen fünf Tagen ein Euro-Stück verschmäht im Wasser liegt und sich hartnäckig jedem Spülvorgang widersetzt.
MehrMenschliche Regung
Heute Post vom Finanzamt im Briefkasten. Kann nichts Gutes sein. Erstmal ignorieren.
Auch Angela Merkel bekommt heute Post: Reiche wollen mehr Steuern zahlen und geben ihr das schriftlich – in Form eines offenen Briefes, abgedruckt als Anzeige in den Samstagsausgaben zweier deutscher Tageszeitungen. Sicherheitshalber. Damit die künftige Kanzlerin nicht in Versuchung kommt, ungenehme Post erstmal ungeöffnet liegen zu lassen.
Update: Hab den Schrieb vom Finanzamt nun doch aufgemacht (mit gutem Beispiel voran und so). Unglaublich, was die von mir wollen!

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