GOA 2016: Ich darf nominieren

Nach Auszeichnung und Jury-Mitgliedschaft bin ich in diesem Jahr im GOA-Olymp angekommen: Erstmals Mitglied der Nominierungskommission für den Grimme Online Award, hurra!

Vor wenigen Tagen fiel der Startschuss für den Wettbewerb 2016 mit dem Beginn der Einreichungsphase. Bis Mitte März werden Vorschläge für Preisträger entgegengenommen: Websites, Apps, Blogs, Hashtags, Podcasts, Youtube-Kanäle, Instagram-Feeds … Hauptsache publizistisch und deutschsprachig. Wer etwas Cooles im Web macht, kann sich natürlich auch einfach selbst vorschlagen. Überschüttet uns mit Hinweisen auf tolle Angebote! Wir schauen uns alles an, was den Kriterien entspricht, versprochen!

Im GOA-Blog hab ich ein paar Wünsche für den Wettbewerb 2016 notiert.

CartoDB: Mehr Speicherplatz, unlimitierte Karten

CartoDB, ein Dienst für die Darstellung von Daten auf Karten, hat in den letzten Monaten eifrig an seinen Nutzungsbedingungen für Kostenlos-Accounts geschraubt, um attraktiver für Gelegenheitsuser zu werden. Schon vor längerer Zeit wurde das doch sehr lästige Limit von maximal fünf erstellbaren Karten aufgehoben, inzwischen ist die Anzahl unbegrenzt. Nun gibt es mit 250 MB für auch mehr Speicherplatz für lau.

Erstellt mit Carto-DB: Durchschnittsmieten in Frankfurter Stadtteilen im Jahr 2014.

Der Support von CartoDB kümmert sich, wie ich neulich erfahren durfte, auch um nichtzahlende Nutzer schnell und umfassend. Dort half man mir auf die Sprünge, als ich wissen wollte, wie ich Karten duplizieren und die zugrundeliegenden Daten editieren kann, ohne die Ursprungskarte zu verändern. Anwendungsbeispiel: Ich möchte Daten aus einem weiter zurückliegenden Jahr aktualisieren, aber die ältere Karte ebenfalls behalten. Die Lösung: Man dupliziert nicht die Karte selbst, sondern das Datenset, so bleibt die erste Karte samt älteren Daten unberührt.

CartoDB: Auswahloption zwischen Datensätzen und Karten.

CartoDB: Auswahloption zwischen Datensätzen und Karten.

Dass CartoDB auch bei den Map Views, wie vor einem Jahr versprochen, keine Einschränkungen mehr macht, hat sich bei dieser Karte als Segen erwiesen. Wir haben sie auf FR-Online unter jeden Artikel zum Thema Flüchtlinge eingebunden, so dass sie innerhalb kurzer Zeit mehr als eine Million Zugriffe hatte.

Fluchtbewegungen weltweit, Datenquelle: UNHCR, Stand: 2014. Über „Layers“ lässt sich zwischen Herkunfts- und Zielländern umschalten.

Frankfurt Zoom: Daten zu deiner Straße

Frankfurt Zoom: Fakten über deine Straße

Frankfurt Zoom: Fakten über deine Straße

Fein, fein: Mit WordPress lassen sich inzwischen auch Apps bauen. Ich hab das mal ausprobiert und präsentiere: frankfurt-zoom.de – Verwaltungsdaten zu Deiner Straße plus Informationen zur Herkunft des Straßennamens auf einen Klick! Weiterlesen →

Die weltweit erste Droste-App ist da!

App-Icon für den Home-Bildschirm

Das Multimedia-eBook über Annette von Droste-Hülshoff hat eine kleine Schwester bekommen: Meine Smartphone-App für alle Freundinnen und Freunde der Dichterin führt zu ausgewählten Droste-Orten in Westfalen. Mit „Droste to go“ habe ich mir selbst ein Geschenk gemacht. In Kürze werde ich wieder einmal nach Münster aufbrechen – und dafür wollte ich die gesammelten Infos, Bilder und Routen unterwegs schnell griffbereit haben. Da dachte ich mir: Statt das ganze Zeugs nur in irgendeine Cloud zu legen, könnte ich doch gleich eine App daraus machen.  Dann haben wir alle was davon. :)

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Die Hoheit zurückerobern

Die NSA wird uns auch künftig überwachen, wo sie nur kann. Die Bundesregierung wird auch in Zukunft nichts tun, um uns davor zu schützen. Im Gegenteil: Der BND betrachtet die Snowden-Enthüllungen als Machbarkeitsstudie – und will Geld, um all die schönen Technologien anwenden zu können. Und wir? Wir werden unsere Wohnungstüren noch bereitwilliger öffnen für das Internet der Dinge. Für fernüberwachte Rauchmelder und Smart Meter, die unsere Verbrauchsdaten digital an unseren Energieversorger übermitteln – inklusive der Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer. Und wenn er endlich da ist, der vernetzte Kühlschrank, auf den wir schon so lange warten, dann werden wir uns noch wünschen, er würde einfach nur unsere digitale Einkaufsliste verwalten – und nicht auch unsere Essgewohnheiten in die Welt twittern.

Ist das eine Kapitulation? Nö. Zunächst einmal ist es nicht mehr als die Erkenntnis, dass sich die Digitalisierung trotz Risiken und Nebenwirkungen fortsetzen wird – viel zu viele gute Gründe gibt es dafür. Da genügt ein Blick auf das saftige Grün meiner Pflanzen, die sehr viel besser gepflegt werden, seit mein Wlan-Pflanzensitter mir eine Pushnachricht aufs Smartphone schickt, wenn die Erde zu trocken oder Temperatur und Lichtverhältnisse ungünstig sind. Und auf das selbstfahrende Auto, das mich vor meiner Tür absetzt und dann eigenständig raus aus der Stadt kutschiert, freue ich mich jedesmal, wenn ich wieder mal Runde um Runde auf der Suche nach einem Parkplatz drehe. Weiterlesen →

Bornheim ist wieder Bornheim

Höhenstraße: Hier beginnt nun wieder Bornheim

Höhenstraße: Hier beginnt nun wieder Bornheim

Der Frankfurter Stadtteil Bornheim ist nun auch offiziell wieder dort Bornheim, wo ja eigentlich immer Bornheim war: Ab der Höhenstraße die Bergerstraße aufwärts. Ende letzten Jahres hat die Stadt die Stadtteilgrenze offiziell in Richtung Südwesten verschoben – dorthin, wo sie nach dem Gefühl der Bornheimer schon immer gehört, an die Höhenstraße. Zuvor gehörte auch der mittlere Teil der Bergerstraße, zwischen Höhenstraße und Bornheim-Mitte gelegen, offiziell zu Nordend-Ost. Wie es einst zu dieser irritierenden Grenzziehung gekommen war, erklärt Stadtkind Ffm hier. Nun also beginnt Bornheim an der Höhenstraße, und Arnsburger-, Petterweil- und mittlere Bergerstraße, der Germaniaplatz und die St.Josefskirche, sie alle sind endlich zu Hause. :)

Anlass für mich, die Geodaten der Frankfurter Stadtteilgrenzen zu aktualisieren. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch viele Ungenauigkeiten ausgebessert. Jetzt also ganz frisch und noch besser als vorher:

KML-Daten zum Download

  • KML-Daten: alle Stadtteile von Frankfurt am Main (Download)
  • KML-Daten: Frankfurter Stadtteile, zugeschnitten auf Darstellung von Wahlergebnissen (Download)

Das Jahr des Schulterzuckens

Privatsphäre? War einmal. Foto: Denis Junker / fotolia.com

Privatsphäre? War einmal. Foto: Denis Junker / fotolia.com

„Kein Geheimdienst würde so ungeniert auf Bilderjagd gehen. Bereits heute besitzt der Suchmaschinen-Konzern Google genauere Personenprofile als jede Regierung dieser Welt.“ Ob Ilse Aigner dieser Satz heute peinlich ist?  Nein, vermutlich nicht. Sie würde die Schultern zucken und sagen: Jo mei. Damals ging es ja auch gegen Großkonzerne wie Google und Facebook. Damals ging es um Hausfassaden. UM HAUSFASSADEN.

2013 geht zuende als das Jahr, in dem unsere Regierungen – ob Schwarz-Gelb oder Schwarz-Rot – uns deutlicher denn je gesagt haben: Findet euch ab mit eurer Totalüberwachung. Datenschutz, informationelle Selbstbestimung, Freiheit der Gedanken – alles nicht mehr so wichtig. Die Kanzlerin hat uns deutlich gezeigt, dass sie unsere Privatsphäre nicht vor fremden Geheimdiensten schützen wird. Wir haben sie trotzdem wieder ins Amt gewählt. Nun führt sie zusammen mit ihrem neuen Partner SPD die  Vorratsdatenspeicherung wieder ein. Im Koalitionsvertrag steht ansonsten etwas von einem neuen IT-Sicherheitsgesetz, einer europäische Cybersicherheitsstrategie und Europa als „Vertrauensraum“ – gerade so, als läge es nur an fehlenden Gesetzen, dass wir flächendeckend ausspioniert werden. Und als würden sich die Geheimdienste, wenn diese Gesetzeslücken nur geschlossen werden, daran halten.

„Wir wollen eine bessere parlamentarische Kontrolle der Nachrichtendienste“, dieser vage Satz im Koalitionsvertrag ist ein Offenbarungseid. Ihr habt keine Kontrolle mehr. Und nicht die leiseste Idee, was ihr dagegen tun könntet. Ihr habt kapituliert und eines der wichtigsten Bürgerrechte preisgegeben. Geht ja nicht gegen Google und Facebook, diesmal. Hausfassaden lasst ihr verpixeln, Menschen lasst ihr abhören. Das Unerträglichste dabei ist euer Schulterzucken.

Geodaten für Frankfurt am Main: Stadtteile zum Download

Frankfurter Stadtteile

Liebevoll gezeichnet: Frankfurter Stadtteile

Ich weiß jetzt so ungefähr, wie Slartibartfaß sich fühlte, der sein Leben dem Zeichnen von norwegischen Fjorden widmete. Bei mir sind es die Grenzen der 46 Stadtteile von Frankfurt am Main. Mit Hilfe von Google Earth und auf Grundlage dieser Karte habe ich stundenlang Polygone gemalt, bis mir die ganze Stadt vor den Augen verschwamm. Aber es hat sich gelohnt, denn nun kann ich für lokale Visualisierungen immer wieder auf diese Daten zurückgreifen – zum Beispiel, um zu vergleichen, wie es um die Ärztedichte in den einzelnen Stadtteilen steht. Und ihr könnt das auch, denn ich stelle meine Geodaten zum Download zur Verfügung! Weiterlesen →