Stand der Dinge
Es hätte so schön sein können: Endlich ein Film, der von einer der spannendsten Phasen in der Geschichte der Medien erzählt. Ein Film, der beide Seiten eines Grabens beschreibt, der sich durch viele Redaktionen zieht: Auf einer Seite der Print-Journalist alter Schule, mit großer Leidenschaft bei der Sache, der mit einer gewissen Arroganz auf das Web und seine Protagonisten herabsieht, an seiner altbewährten Arbeitsweise festhält und am Ende doch nicht an der Tatsache vorbeikommt, dass seine Berufswelt nicht mehr ist, wie sie einst war. Und auf der anderen Seite eine Online-Journalistin, ebenso leidenschaftlich bei der Sache, ebenso wie ihr Kollege überzeugt, auf der richtigen Seite zu stehen, die lernen muss, dass neue Technologien altes Handwerk nicht komplett ersetzen können. Es hätte ein Film werden können, der zeigt, wie Print- und Onlinejournalismus zusammenwirken, sich gegenseitig befruchten, ergänzen können. Dass das eine nicht qua Definition wertvoller ist als das andere. Dass seriöser Journalismus seriös bleibt, ob gedruckt, gesendet oder auf dem Bildschirm, und dass Boulevard Boulevard bleibt, ob auf Zeitungspapier oder als Pixel. Ein Film, der seinen Titel verdient hätte: State of Play – Stand der Dinge.
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