Frankfurt Story

Während Ihr hier darbt und Daily inzwischen Weekly (oder gar Monthly?) Mo heißen müsste, habe ich drüben bei meinem Brötchengeber ein neues Projekt gestartet. Wie schon bei den Droste-Briefen geht es auch in der Frankfurt Story darum, vergangene Zeiten aufleben zu lassen und Geschichte zeitgemäß darzustellen – in diesem Fall die Geschichte der Stadt, an deren Flussufer ich täglich meiner Arbeit nachgehe. Der Name des Projekts lehnt sich an “Berlin Story” an, einen meiner Lieblingsläden in der Hauptstadt.

Bei der Arbeit an diesem neuen Histo-Blog bin ich über einen interessanten Dienst gestolpert: xtimeline.com ermöglicht das Erstellen von Zeitleisten. Ideal für historische Projekte: Auf dem Zeitstrahl lassen sich auf recht komfortable Weise Ereignisse eintragen, mit Text-Beschreibung, Bild oder Video versehen und diskutieren. Man kann wählen, ob die eigene Zeitleiste öffentlich sichtbar ist, man kann zusätzliche Editoren zulassen, die den Zeitstrahl um weitere Ereignisse ergänzen, und die Arbeit sichern, indem man die Ereignisse im CVS- oder XML-Format herunterlädt. Das Einbinden in die eigene Website ist möglich, aber noch nicht ganz ausgereift; die nötige Breite der Zeitleiste dürfte viele Layouts sprengen. Im Frankfurt-Blog geht sie deshalb bis auf weiteres als Popup-Fenster auf.

6 Kommentare

  1. Ich bin neulich schon bei Frau Liisa über das Projekt gestolpert und bin äußerst angetan, weil ich der Meinung bin, dass man Geschichte lebendig und im Kontext vermitteln sollte.

    Wäre richtig cool, wenn das auch mal jemand für Berlin aufsetze!

  2. The Exit schrieb: “… weil ich der Meinung bin, dass man Geschichte lebendig und im Kontext vermitteln sollte.”

    Nichts Neues, seit der moderneren Pädagogik, also seit der 1970er Jahre ist diese Voraussetzung Standard im Geschichtsunterricht an den Schulen. Sollte es nicht funktionieren, hat dies nichts mit eben diesem Anspruch zu tun. Seis drum…

    @ Frankfurt Story: Die Ausführung ist sehr professionell, lehnt sich an das überragende Droste-Projekt an. Sagen wir, wie es ist, sie ist ihr technisches Pendant.
    Leider fehlt diesem Projekt aber jedes Esprit, denn einen Ort kann man nicht wie eine Person beschreiben. So leid es mir tut, die “Frankfurt Story” vermittelt keine andere Geschichte, als es in Büchern, Unterricht oder Multimedia-Online-Lexika getan wird. Nur da irgendein Thema online mit ein paar netten Klickereinen dargeboten wird, ist es noch lange nicht gut; hier fehlt definitiv die Seele.

    Warum kritisiere ich denn überhaupt die Frankfurt-Story? Weil ich grundsätzlich der Meinung bin, man soll ohne Angst sagen können, was man denkt.

  3. mmhhm, ich war in der Ausstellung vom Tagebuch zum Weblog, drüben in Sachsenhausen, da würde das Projekt absolut hin passen.
    Macht doch mal was zusammen. Die FR ist doch so winzig nun auch nicht. ;-) und Euer Chief will da ja online-power machen, las ich. lol

    Das Projekt sieht bis jetzt gut aus, wirkt aber etwas betulich (was an den alten Texten liegt, wie bei der Droste auch, aber dort kann man sich einlesen, in die Sprache einlesen).

    Wenn ihr zwischendurch in das letzte Jahrhundert taucht (ja die zwanziger, 33-45, DAS wär doch ein Ding…TAGEBÜCHER, machts’s da klick, echte natürlich) oder erstmal zum probieren Euer 68-iger Projekt da mit einbringt, mit Frankfurter Schule vielleicht? DANN wird das ein Renner. Hhm. der Josachka bei der Zeit, aber Danny bloggt bei Euch, König, wen gibts denn da noch, an der Uni müssen die doch massenweise in Rente gehen grad)?

    FUSSBALLER fehlen, Grabowski, Hölzenbein, sowas.

    Aber ich befürchte, dass Texte, die noch nicht gemeinfrei sind zu teuer wären?

    Danke für den Link, das kann ich gut gebrauchen. (Ich hab einen Nibelungentick, Nibelungen bis heute ;-))

  4. Kommt mir gerade: Warum nicht Euer Archiv verwerten? Fußball WM 1972!!! Rolling-Stones-Interview? Karajan in Frankfurt? Mensch, die Nitribit! Hei, Eure eigen Geschichte als Blatt. Editorials aus 6 Jahrzehnten. Legändere Ausstellung im Städel. Legendäre Konzerte in Höchst (ah, Zappa fällt mir ein, Ten Years After) sowas, ruhig Feuillleton, gehobenen Boulevard mit Sport und eher literarischen Spots mischen.

    *mein ja nur, Du hast ja ein Blog vor Dir.

    Und dann guck, dass Du aus der Grimme-Jury ‘raus kommst ;-), denn das könnte auch ein Knaller werden.

  5. Mikel, du sprühst ja vor Ideen. Mal schauen, ob ich davon einen Funken auffangen kann…

  6. an die RAF hatte ich gar nicht gedacht, aber das leist sich gut so!

    *RSS! ,-)