Darauf ein Kölsch

Upps – schon wieder neue Chefs. Soeben ist es offiziell: Die Kölner Verlagsgruppe M. DuMont Schauberg hat die Mehrheitsanteile an der Frankfurter Rundschau gekauft – 50 Prozent plus eine Stimme. Was heißt das für uns? Fastnachtsdienstag künftig arbeitsfrei? Neuzugänge im Getränkeautomaten? Sicher ist: Alt- und Neu-Eigentümer sind sich einig, dass weitere Maßnahmen zur Kostensenkung in Frankfurt ergriffen werden müssten, um die Grundlage für den weiteren Bestand und künftigen publizistischen Erfolg des angesehenen Blattes zu sichern.

Na dann Prost.

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Dann machen wir dieses Videoblog eben jetzt gleich!

Mich hat das interessiert. Ich finde diese Revolution übers Internet eine der spannensten Dinge … und wir als Politiker sind da manchmal ziemlich hinterher. Deshalb hab ich damit angefangen, und dann ist mir auch aufgefallen, dass es vielleicht für die, die da gucken, noch’n bisschen steif ist, wenn ich da so vom Teleprompter ablese. Neulich hab ich dann schon mal eines frei gesprochen, und jetzt versuche ich ein wenig rauszufinden, wie das andere machen.

Ich habe einfach drauf losgelegt. Und ich glaube, dass ‘ne ganze Reihe von Leuten hier noch gar nicht so vertraut sind mit diesem Medium. Also, wir ham das mehr so gemacht wie als wenn man ‘ne Fernsehansprache hält [Einschub Mo: Ha!] Dann ist mir bewusst geworden, dass es vielleicht doch noch etwas – ja, den neuen Möglichkeiten und dem neuen Medium angepasst werden muss.

Angela Merkel hat ein neues Web-Video machen lassen – ungeplant, nicht abgesprochen mit ihrem Stab und nicht hergestellt von einer teuren Produktionsfirma, sondern offenbar ganz spontan mit der Bloggerin und Bald-WAZ-Online-Chefin Katharina Borchert (Lyssa) und dem Vlogger Gabe B. Die waren eigentlich nur ins Kanzleramt eingeladen, um mit der Hausherrin über Videoblogs zu sprechen. Merkel hat offensichtlich gemerkt, dass ihre Kanzlerin direkt-Videocasts noch nicht das Gelbe sind.

Ich bin ja gänzlich unverdächtig, Merkel-Fan zu sein, deshalb kann ich freimütig hier aufschreiben: In diesem einfachen und spontanen Filmchen wirkt sie kaum noch steif, sondern teilweise wie ein sympathisches kleines Mädchen – zum Beispiel, wenn sie erklärt, warum sie sich einen Globus auf den Schreibtisch gestellt hat.

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Von der Büroklammer zum Eigenheim

Tausche Büroklammer gegen Füller gegen Türknauf gegen Campingkocher gegen Generator gegen Partyausstattung gegen Motorschlitten gegen eine Reise nach Yahk, British Columbia, gegen Lieferwagen gegen Plattenvertrag gegen ein Jahr in Phoenix, Arizona, gegen einen Nachmittag mit Alice Cooper gegen eine Schneekugel der Band KISS gegen eine Filmrolle gegen – ein Haus!

Kyle MacDonald hat’s geschafft: Der Kanadier tauschte ein Objekt in seinem Besitz jeweils gegen ein etwas Teureres ein. Nach 14 Tauschschritten können er und seine Freundin nun ihr eigenes Häuschen beziehen.

Die ganze Geschichte unter oneredpaperclip.blogspot.com, der Tauschhandel in Bildern bei flickr.com.

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Beispielhaft

Seine Entscheidung zeigt, dass er den Fußball nicht genug liebt. Er ist ein schlechtes Beispiel für alle Führungskräfte. Andere Arbeitnehmer haben auch Familien. Aber hoch bezahlte Angestellte müssen nunmal mehr leisten. Der Entschluss von Klinsmann zeigt, dass seine Leidenschaft nicht allein dem Fußball gehört.

Na, das wird Frau Klinsmann aber sehr beruhigen, Herr Bruchhagen. Und nicht nur sie, wenn ich das bemerken darf. Mag ja sein, dass für erfolgreiche Führungskräfte, wie Sie das ganz sicher sind, ständige Abwesenheit das herausstechenste Merkmal ihres Familienlebens ist. Ihre Sache, und die Ihrer Familie. Aber Sie erwarten doch hoffentlich nicht, dass andere sich ausgerechnet an diesem antiquierten Familienbild ein Beispiel nehmen?

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Hand aufs Herz

Nachdem so viele Deutsche ihre Liebe zum eigenen Land entdeckt haben, so manches Händchen beim Absingen der Nationalhymne pathetisch auf die linke Brust gepresst wurde, dürfen Finanzämter in den nächsten Monaten doch sicher mit Nachzahlungen in Millionenhöhe rechnen? Vereine und soziale Einrichtungen mit tausendfachen Angeboten, ehrenamtliche Tätigkeiten zu übernehmen? Bettler in den Fußgängerzonen deutscher Großstädte mit ein paar Euros mehr in ihren Pappbechern? Sozialämter mit Rückzahlungen? Und Arbeitslose mit Jobs in Unternehmen, deren Chefs sich auf ihre gesellschaftliche Verantwortung besonnen haben, auch wenn es ein bisschen Rendite kostet?

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Klinsi go home

Sehr geehrter Herr Klinsmann,

vielen Dank und alles Gute. Die WM ist vorbei, Deutschland Dritter, das Land selig – jetzt sollten Sie rasch nach Hause gehen, bevor der Wind sich dreht.

Vom gefeierten Helden zum geschmähten Versager – in Deutschland kann das ganz schnell gehen. Wer wüsste das besser als Sie. Bewundernswert, wie gelassen Sie das Schulterklopfen von Leuten ertragen, die Sie noch vor wenigen Monaten einen faulen Hund schimpften, dem die rechte Einstellung fehle. Auch hätte ich nur zu gern hinter Ihre Stirn gesehen, als Mayer-Vorfelder Sie ölig umarmte nach dem Sieg gegen Portugal.

Gehen Sie. Sie haben das Bestmögliche aus dieser Mannschaft herausgeholt. Mehr geht nicht, in vier Jahren erst recht nicht, denn dann fehlt die entscheidende Schubkraft, die Sie 2006 so clever zu nutzen wussten: der Heimspiel-Faktor. Dafür haben wir bis dahin wieder umso mehr Teer in den Tonnen und Federn im Sack. Sie haben was Besseres verdient – zum Beispiel, unter der Sonne Kaliforniens ihre Kinder großwerden zu sehen.

Tschüss, Jürgen. Und danke nochmal.

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