Ausdrucksvermögen

Alles, was Sie sagen, kann gegen Sie verwendet werden. Ich plädiere dafür, dass diese Warnung künftig nicht nur gegenüber Menschen in Polizeigewahrsam, sondern gegenüber allen zu fallen hat, die vor laufender Kamera befragt werden. Als Zusatz schlage ich vor: Und wehe, Sie drücken sich nicht allgemein verständlich aus. In diesem Fall behalten wir uns das Recht vor, Ihre Aussagen nach Belieben zu interpretieren. Oder Sie gleich für verrückt zu erklären.

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Riskantes Leben

Wer sich wiederholt sehenden Auges in Gefahr begibt, darf keinerlei solidarische Hilfe mehr erwarten, unkt vor allem die konservative Presse über den Fall Susanne Osthoff – und man wird das Gefühl nicht los, dass die Frau nicht nur für ihre unerhörte Abkehr vom christlichen Abendland abgestraft wird, sondern auch für ihre Weigerung, sich nach den Entführern auch von gewissen Medien lukrativ vermarkten zu lassen.

Legt man die gleichen Maßstäbe an das durchschnittliche Risikoverhalten eines Deutschen aus Gelsenkirchen oder Templin oder sonstwo in diesem Land an, dann müsste die Forderung wohl lauten: Wer trotz eindringlicher Warnungen weiterhin raucht oder säuft, darf keinerlei solidarische Hilfe erwarten – und muss für jegliche Behandlungskosten fortan alleine aufkommen.

Riskant leben auf Kosten der Gesellschaft – das praktizieren wir hierzulande mit einer solchen Selbstverständlichkeit, dass wir uns beim Fingerzeig auf andere eigentlich permanent an der Glasscheibe stoßen müssten.

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Ich kann zaubern!

Eine Begebenheit vor einigen Wochen, die an dieser Stelle nicht näher erläutert werden soll, bescherte mir zu Weihnachten einen dieser wundersamen Zauberkästen. Ungläubige Zeitgenossen mögen nun meinen, mit den darin enthaltenen Fix- und Fertig-Tricks könne jedermann zaubern – mitnichten! Ohne die gewisse magische Aura, ohne das Wissen um die Kraft der richtigen Worte und natürlich ohne eine geschulte Hand geht auch bei Fix- und Fertig-Tricks alles schief, und der Möchtegern-Zauberer steht blamiert vor seinem Publikum. Ohja, ich weiß, wovon ich rede.

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Bescherung

Lauter liebe Menschen haben sich ein weiteres Jahr lang die Mühe gemacht, mich hier zu besuchen. Dankeschön – für eure Aufmerksamkeit, für eure Treue, für die vielen Worte, die hier hiergelassen habt, für unerwartete Geschenke und für freundschaftliche Botschaften auch außerhalb der Kommentarfunktion.

Ich hab hier was Selbstgemachtes für euch. Und ihr dürft es sogar schon auspacken:

Mo posaunt ein Weihnachtslied, das gerade noch rechtzeitig ausgeblendet wird
Mo posaunt ein Lied für Weihnachtsmuffel

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Spätes Dankeschön

Auf dem Lido ist er mir plötzlich wieder eingefallen, nach so vielen Jahren.
Ich erinnere mich vor allem an das Schmunzeln, mit dem er unsere Aha-Erlebnisse im Unterricht quittierte. Wie viele Deutschlehrer seiner Generation war er ein großer Thomas Mann-Fan. Ich gestehe: Damals, vor zwanzig Jahren, hätte mich bereits die erste Seite des Erwählten in die Flucht getrieben, hätte ich nicht einen Lehrer gehabt, der es glänzend verstand, in uns eine hartnäckige Neugier auf literarische Abenteuer zu entfachen.

Bei der Abifeier sah ich ihn das letzte Mal. Das war vor siebzehn Jahren.

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Leichte Beute

Neuerdings lauern in den Computerabteilungen Verkäufer auf Kundschaft! Natürlich meine ich nicht die blau- oder gelb-behemdeten Mitarbeiter der Elektronikkaufhäuser, nach denen man sich die Augen wund schaut. Ich meine solche Vertretertypen mit Föhnwelle und Sakko, die erstmal inkognito beobachten, für welche Produkte man sich interessiert, und genau in dem Moment zuschlagen, wenn man sich anschickt, ein Stück verpackter Ware aus dem Regal zu nehmen.

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