Ohne Überschrift
Das Aufwachen ist anstrengend geworden, drinnen die Raumluft trocken, draußen der Atem sichtbar. Das Jahr neigt sich bis zum Umfallen, in zwei Wochen schon werden sie Bush wiederwählen. Ich bin auf Tschaikowsky umgestiegen und Samuel Barber. Der Nebel lichtet sich morgens nur langsam, und abends, wenn ich von der Arbeit komme, ist es dunkel, ich mag nicht mehr zum Laufen raus und da ist auch kein Hund mehr, der mich zwingt. Die Festplatte im Büro-Rechner scheint etwas zu spüren. Ich muss meine Daten sichern. Und Pläne machen für 2005.
MehrUnter Druck
Jeder weiß, dass die lautesten Homophobiker in erster Linie ein Problem mit sich selbst haben. Viele wissen, dass Mary Cheney lesbisch ist und dennoch die Wahlkampagne ihres Vaters Dick und damit die Republikaner unterstützt, die gegen die Gleichstellung Homosexueller in den USA zu Felde ziehen. Eine Menge Leute kritisieren ihr Verhalten. Für meine bescheidenen Begriffe geht diese Kampagne jedoch zu weit.
MehrWenn dein starker Arm es will
“Die Osterweiterung schreitet voran. Nach Polen wird Russland kommen und so weiter. Irgendwann werden wir wieder in Bochum angekommen sein, dann werden die sich erinnern: ,Ach guck mal, da ist ja noch ein Werk in dem Billigland, hier können wir wieder bauen´”.
MehrLernziele
Während mancher Blogger hier zu Lande davon träumt, die Medien zu übernehmen, beschreibt Jeff Jarvis heute in der Netzeitung, warum Blogger und Journalisten keine Konkurrenz sind, sondern voneinander profitieren könnten – wenn sie denn nur wollten und den Blick mal vom eigenen Nabel nehmen würden.
MehrKoch-Rezept
Merkel macht den Koch: Unterschriften sammeln gegen den EU-Beitritt der Türkei, damit ließen sich doch trefflich Stimmen fangen, denkt die CDU-Chefin derzeit laut über eine Kopie des dumpfen Fremdenangst-Wahlkampfes nach, mit dem Roland Koch in Hessen Erfolge feierte. CSU-Kollege Glos stilisiert den möglichen Beitritt gar zur “Schicksalsfrage” für Deutschland. N-TV macht schon mal vor, auf welchen Reflex die Unionsstrategen spekulieren: Gegen die Türkei auf die Straße, titeln die Online-Kollegen heute ebenso ungenau wie entlarvend. Update 16.45 Uhr: Die Headline wurde mittlerweile geändert.
MehrChinesische Mauer
80 Millionen Internetnutzer. Und jeden Tag werden es 50.000 mehr. Was für deutsche Verhältnisse nach flächendeckender Vernetzung klingt, ist für China noch immer ein Randphänomen. 80 Millionen, das sind dort gerade mal sieben Prozent der Bevölkerung. Tendenz steigend. Und damit wächst auch die Sorge der allmächtigen Partei vor “regierungsfeindlichen Umtrieben”. Das Internet birgt Gefahren für die Diktatur, und die reagiert “konsequent und brutal”, wie Stefan Niemann, China-Korrespondent der ARD, beim Tag des Online-Journalismus in Frankfurt berichtete: “Ich wurde ich Zeuge des Baus einer noch größeren chinesischen Mauer.” An der staatlichen Firewall, die das Regime hochgezogen habe, hätten sich seither viele Chinesen verbrannt.
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